Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Geschichte des Kupferstichs
Person:
Frantz, Adolf
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-710633
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-711076
aber die gewohnten Wege doch nicht verlassen 
konnte, so dass dieser höchst talentvolle Künstler 
als Wirth eines lüderlichen Hauses endete. Er soll 
als Strafe für seine Verbrechen gegen die Sittlichkeit 
ersäuft sein. So erzählen Einige; Andere ver- 
sichern, dass er aus Nürnberg mit seinem Bruder 
und G. Pencz verwiesen sei, weil er die Anschauungen 
eines Karlstadtund Münzer getheilt habe. In Frank- 
fllrt soll er zwar eine Weinkneipe besessen haben, 
aber von der Anklage eines lüderlichen Lebens frei- 
gesprochen sein. 
Zu den kleinen Meistern werden noch jakob 
Binck und Hans Brosamer gerechnet. Beide 
erinnern in ihren Arbeiten an Aldegräver; doch hat 
Binck, der 1560 zu Rom starb, sich mehr nach 
Italienern gebildet; Hans Brosamer aber, um 1560 
gestorben, mehr als Formschneider bekannt, ist 
durch seine wenigen Kupferstiche den Kennern und 
Sammlern lieb und werth. 
Die Reihe der kleinen Meister beschliessen zwei 
Männer, die in ihren zahlreichen Kupferstichen den 
Beweis liefern, wie sehr die freie Productionskraft 
in Deutschland erschöpft war, und an deren Stelle 
die Reflection trat, die unaufhaltsam zum Kunsthand- 
werk trieb. Der eine ist Virgilius Solis, der 
andere Theodor de Bry.  Virgilius Solis 
war 1514 in Nürnberg geboren, wo er als geschickter 
Miniaturmaler bekannt war, der mit grosser Fertig- 
keit die Kupferstiche Dürers und der kleinen Meister 
zu illuminiren verstand. Er war aber auch ein sehr 
thätiger Kupferstecher und hat eine Menge Blätter 
von sehr ungleichem Werthe hinterlassen. Darunter 
wird eine Folge der französischen Könige von
        

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