Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Geschichte des Kupferstichs
Person:
Frantz, Adolf
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-710633
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-713627
282 
keiten bezeugen das grosse Talent dieses Künstlers", 
sagt Bartsch von ihm. Mit einem feinen Kunstsinn 
verstand er sich auf das Eigenthümliche der grossen 
Meister, namentlich eines Raphael, dessen Gemälde 
er selbst zeichnete, um sie im Stich zu vervielfältigen, 
und diese Stiche sind ohne Ausnahme Meisterstücke 
seines 
Grabstichels. 
1810 
erschien 
die 
Madonna 
di 
Foligno (la vierge au donataire); 1822 die Vierge au 
poisson; 1827 die Madonna de la Maison d'Alba; 
dann die Madonna des Hauses Tempi, die Heim- 
suchung der Elisabeth und mehrere andere Stiche, 
die alle seine Neigung und sein Talent für die edle 
Kunst eines Raphael bezeugen. Aber auch in die 
Kunst anderer Meister verstand er in gleicher Weise 
einzugehen. Ein Beweis dafür ist die Vierge aux 
rochers nach Leonardo da Vinci. Das Original- 
gemälde befindet sich in einem schadhaften Zustande; 
der Grund ist verdunkelt, die Schatten sind erblasst; 
und doch verstand es der Meister, nach diesem Bilde 
einen Kupferstich herzustellen voll Einfachheit, Ernst 
und Ruhe und Weichheit in den seelenvollen Köpfen. 
- Desnoyers hatte mit grosser Meisterschaft eine 
Bahn beschritten, auf der ihm zu folgen keinem 
seiner Schüler und Nachahmer beschieden war. 
Johann Ludwig Potrelle und Johann Maria 
Leroux, beide 1788 in Paris geboren, beide Schüler 
von David, die sich nach Desnoyers zu bilden be- 
strebten, blieben, so geschickt sie in ihrer Art waren, 
weit hinter ihrem Vorbilde zurück. 
Neben Desnoyers ist mit Ehren ein Schweizer 
zu nennen, Franz Forster, 1790 zu Locle in der 
französischen Schweiz geboren. In Paris war Peter 
Gabriel Langlois, ein Kupferstecher aus ge-
        

Nutzerhinweis

Sehr geehrte Benutzer,

aufgrund der aktuellen Entwicklungen in der Webtechnologie, die im Goobi viewer verwendet wird, unterstützt die Software den von Ihnen verwendeten Browser nicht mehr.

Bitte benutzen Sie einen der folgenden Browser, um diese Seite korrekt darstellen zu können.

Vielen Dank für Ihr Verständnis.