Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Geschichte des Kupferstichs
Person:
Frantz, Adolf
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-710633
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-713577
1809 nach Paris, studirte unter Bervic, liebte anfangs 
in seinen Stichen eine gewisse Bravour; als er es 
aber gelernt hatte, dieselbe zu mässigen, ward er 
ein vorzüglicher Meister, der einen bewunderungs- 
würdigen Grabstichel führte. Im Jahre 1832 stach 
er die durch treue und geistreiche Ausführung be- 
wunderte Kreuztragung nach einem Gemälde Ra- 
phael's, das für ein Nonnenkloster in Parma (Maria del 
Spasimo) bestimmt war, aber, da das Schiff bei der 
Ueberfahrt nach Sicilien unterging, an der Küste 
aufgefunden und nach Madrid verkauft ward, wo es 
sich noch befindet. 18 37 wurde Toschi Director der 
Akademie in Parma und stach um diese Zeit mit 
glänzender Kraft die Kreuzabnahme nach Volterra. 
Beide Blätter sind Capitalblätter und Meisterwerke 
der Stecherkunst, ausgezeichnet durch Treue, Klar- 
heit, Reinheit und Bestimmtheit des Grabstichels. 
Auch im Portraitstich war Toschi vortrefflich, wie 
in dem Portrait Neipperg's u. A. Er starb in Parma 
18 54. 
Man kann Porporati zu Morghen, Toschi aber 
zu Longhi stellen. Morghen und Longhi haben das 
gemeinschaftlich, dass sie auf schöne Zeichnung 
sahen, und damit wurden sie Vorbilder für Deutsch- 
land und Frankreich. Wenn aber, um die Schönheit 
der Zeichnung hervorzuheben, Morghen eine maleri- 
sche, Longhi aber, namentlich in seinen Meister- 
werken, eine einfachere Schrafiire anwandte, so war 
Morghen eben darin zu seiner Zeit populärer, 
während Longhi der Idee des Kupferstichs näher 
kam, was nicht so bald verstanden und nur von 
denen recht gewürdigt wurde, welche einen offnen 
Sinn für Schönheit der Form haben.
        

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