Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Geschichte des Kupferstichs
Person:
Frantz, Adolf
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-710633
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-713550
gingen, wie die bereits genannten S. Amsler,  
Felsing, M. Steinla, Ant. Krüger u. A. Sie 
kamen zurück und trugen nicht wenig dazu bei, den 
Geschmack der Liebhaber dieser neuen Stichweise 
zuzuwenden. Aber auch in Italien gingen vorzüg- 
liche Kupferstecher aus seiner Schule hervor. Vor 
Allen ist Peter Anderloni zu nennen. Er war 
1784 geboren. Als er sich für den Kupferstich ent- 
schieden hatte, ging er 1804 zu Longhi nach Mai- 
land, bei dem er 9 Jahre lang sich übte im Stechen 
und im Zeichnen nach der Antike. Einer seiner 
ersten Stiche während dieser Lehrzeit, die Vision 
des Ezechiel nach Raphael, fand so sehr den Beifall 
seines Lehrers, dass dieser, ihm zu Ehren, seinen 
Namen mit unter das Bild setzte. Sein Stich nach 
Titian, die von Engeln verehrte Madonna, ist ein 
Meisterstiick seines Grabstichels, voll Schönheit der 
Zeichnung und voll höchster Anmuth und Würde 
der Formen; doch hat der Stich vielleicht zu viel 
Glanz, wodurch der plastischen Wirkung Abbruch 
geschieht. Sein Christuskopf nach Calistus Landensis 
zeigt in einem kleinen Raume die grosse Geschick- 
lichkeit des Stechers, welcher durch den Maler, der 
sein Bild reich mit Verzierungen ausstattete, veran- 
lasst wurde, seine Fertigkeit im Ausdrücken von 
verschiedenartigen Stoffen und Vergoldungen zu 
zeigen. Nach Longhi's Tode 18 31 wurde er an seiner 
Stelle Professor an der Akademie und starb 1849.  
Sein älterer Bruder Faustin Anderloni, von dem 
er zuerst im Kupferstechen unterrichtet Ward, ge- 
langte nicht zu der Meisterschaft wie sein Bruder, 
hat sich durch einige schöne Portraitstiche (Herder, 
Fürst Radzivil u.  auch durch einige grössere 
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