Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Geschichte des Kupferstichs
Person:
Frantz, Adolf
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-710633
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-713546
dieser Zweck in künstlerischer Vollendung erreicht 
wird. Für malerische Wirkung, die er nicht ver- 
schmähete, wandte er die Nadel an, und doch vor- 
nämlich bei solchen Gemälden, die durch Farbe mehr 
sind, als durch Schönheit der Form, wie bei Rem- 
brandt, den er sehr liebte und in trefflichen Radi- 
rungen nachgebildet hat. Darin erschien er wieder 
als altitalienischer Maler, der malerische Wirkung nur 
in der Radirung sah. Diese mit dem Grabstichel 
vollendeten Radirungen gleichen einem Gemälde, 
wenn man sie von ferne betrachtet, wo die Striche vor 
dem Auge sich ganz verweben und verschwinden, wie 
„der Philosoph" und „das Portrait eines unbekannten 
Mannes", beide nach Rembrandt. Mit dem Grab- 
stichel aber, dessen Technik er so vorzüglich ver- 
stand, wollte er nicht glänzen, sondern Alles durch 
den Zweck der Darstellung bedingt sein lassen, die 
Gestalten auf lichtem Grunde in lichten, durchleuch- 
teten Umrissen hervortreten zu lassen.  Nach Mai- 
land zurückgekehrt, war er zunächst mit kleinen 
Aufträgen für Miniaturbilder beschäftigt, bis 1798 
der Professor Vangelisti, sein erster Lehrer, starb, 
imd er dessen Nachfolger an der Brera ward. Nach 
seinen Grundsätzen bildete er nun treffliche Schüler 
des In- und Auslandes, während er selbst die Meister- 
werke schuf, die den verdienten Ruhm seines Namens 
fest begründeten. Er hatte den Stich des jüngsten 
Gerichts nach Michel-Angelo begonnen und sein 
Lehrbuch der Chalkographie noch nicht vollendet, 
als ihn 1831 der Tod abrief. 
Wie anziehend Longhi's Ruf war, beweist die 
Thatsache, dass zu ihm, um zu lernen, auch deutsche 
Kupferstecher kamen, die sonst nach Paris zu Wille
        

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