Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Geschichte des Kupferstichs
Person:
Frantz, Adolf
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-710633
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-713480
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Als guter Zeichner gab er auch ein Werk über die 
Grundregeln der Zeichenkunst nach Antiken mit 36 
grossen Blättern heraus. So überall thätig für die 
Kunst starb er 1803 in Rom, wo er eine Schule 
begründet hatte, aus der die treiflichsten Kupfer- 
stecher Italiens hervorgegangen sind, unter denen 
Raphael Morghen voranglänzt, und neben ihm, 
wenn auch weniger tüchtig: Joh. Folo und Peter 
Bonato, beide Landsleute des Volpato aus Bassano. 
 Ich. Folo war 1764 geboren, bildete sich 
später nach R. Morghen, dessen Stechmanier ihm 
bei seiner Neigung zu grossen Darstellungen mehr 
zusagen mochte, die alle etwas Kräftiges und Ernstes 
haben, wie die Madonna mit dem Kinde nach 
Raphael; doch weiss er sehr wohl Kraft mit Milde 
zu einer wohlthuenden Harmonie zu verbinden, wie 
in der Madonna dolorosa nach Sassoferrato. Auch 
der Stich nach Poussin, die Zeit die Wahrheit rettend 
gehört zu den Werken, die seine Meisterschaft in 
der Stecherkunst beweisen. Die Form gilt ihm mehr 
als ein das Auge bestechender Vortrag. Er starb 
1836 in Rom.  Peter Bonato war 1765 geboren 
und starb 1820. Zu seinen schönen Stichen gehört 
die Madonna (heilige Familie) nach Correggio, worin 
jedoch der kräftige Vortrag, nach dem er strebt, 
dem Originale nicht völlig angemessen ist und be- 
rücksichtigt die Form weniger als die Technik. 
Doch der grösste Meister dieser Schule, und 
einer der Grössten in Italien war Raphael 
Morghen, ausgezeichnet durch eine malerische 
Technik, wie sie in Italien noch nicht gesehn war, 
und die auch namentlich in Deutschland zu seiner 
Zeit die Liebhaberei für Wille verdrängt hat. Er
        

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