Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Geschichte des Kupferstichs
Person:
Frantz, Adolf
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-710633
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-713426
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leicht einen Kupferstecher, der ihre Gemälde in der 
Schabkunstmanier vervielfältigte und Gelegenheit gab, 
ideenlose Machwerke in den Handel zu bringen. 
Kunstvereine vertheilten solche wohlfeile Gaben an 
ihre Mitglieder, Buchhändler als Prämienblätter an 
ihre Subscribenten; und als diese Stechmanier beliebt 
geworden, wurde sie auch auf würdigere Darstel- 
lungen älterer Meister angewendet. Immer aber war 
es dabei auf Effectmacherei abgesehen, worüber dann 
die gediegene Arbeit des Grabstichels vergessen 
wurde. Dass unter dieser Marktwaare auch manches 
gute oder bessere Blatt war, soll nicht in Abrede 
gestellt werden. So fand seiner Zeit z. B. der 
„Harfner und Mignon", nach einem Gemälde von 
Oppenheim, von Iouanin gestochen, verdienten 
Beifall; aber das meiste ist vergessen, nicht gerade 
der Technik wegen, die für Viele ihre Reize hatte, 
vielmehr auch wegen der gehaltlosen Darstellungen, 
die durch eine effectvolle Technik dem Publikum 
empfohlen werden sollten. 
In Punktirmanier wurde mancherlei, nament- 
lich im Portraitstich geleistet, die weiche Manier 
fand manche Liebhaber, aber wenig Künstler, wie 
etwa Heinrich Sintzenich, der 1752 in Mann- 
heim geboren War und die Kunst in London bei 
Bartolozzi gelernt hatte, dann in Mannheim sich 
niederliess, wo er auch im Farbendruck und in 
Schwarzkunst arbeitete und zuletzt nach München 
ging, wo er 1812 gestorben ist.  Ein vorzüglicher 
Künstler war Friedrich John, der in einer ihm 
eigenen malerischen Manier arbeitete. Er war 176g 
in Marienburg geboren, erlernte die Kunst in London, 
ging dann nach Warschau und zuletzt nach Wien
        

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