Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Geschichte des Kupferstichs
Person:
Frantz, Adolf
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-710633
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-713347
mälde, die Wirkung der Farben zu beachten hatten 
und sich für ihre Darstellung einer einfachen 
Schrafiire bedienten, die genügte, um die Formen 
plastisch hervorzuheben. Damit gingen sie zurück 
auf den Standpunkt eines Marc -Ant0n, der mehr 
nach den Zeichnungen, als nach den Gemälden seines 
Freundes Raphael gestochen hat. Karl Ernst 
Hess, 1755 in Darmstadt geboren, bildete sich in 
Augsburg, später in Düsseldorf, wo er 1782 Hof- 
kupferstecher des Churfürsten von der Pfalz ward, 
1806 aber mit der Bildergallerie nach München über- 
siedelte, wo er 1828 gestorben ist. (Anbetung der 
Könige nach v. Eyck 1823). Ein vortrefflicher 
Meister in dieser Richtung war Samuel Amsler, 
geb. 1793 in der Schweiz, wo er ein Schüler von 
Lips ward. 1816 ward er in Rom mit Cornelius 
bekannt und stach mit Carl Barth das Titelblatt zu 
des grossen Meisters Zeichnungen zu den Nibelungen. 
Die Blätter selbst wurden von Lips, H. Ritter u. A. 
leider nicht sehr schön in Kupfer gestochen. Der 
Stich ist hart und steif, und giebt, wie versichert 
wird, kein treues Bild der Original-Zeichnungen. 
Amsler ward 1828 Professor an der Akademie in 
München, wo er im Jahre 1831 die schon in Italien 
begonnene "Grablegung" nach Raphael mit grosser 
Meisterschaft vollendete. Er starb 184g. Seine Stiche 
zeichnen sich aus durch treues Eingehen in den Geist 
seiner Vorbilder, durch richtige und feine Zeichnung 
und durch meisterhafte Führung des Grabstichels. 
Er wollte nicht blenden durch Farbeneindruck oder 
glänzende Effecte, sondern 
wie die alten Meister Dürer 
nur bedeutend wirken, 
und Marc-Anton durch 
Einfachheit 
im 
Vortrage 
des 
Gedankens 
in 
Zeich-
        

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