Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Geschichte des Kupferstichs
Person:
Frantz, Adolf
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-710633
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-713306
Farbe des Malers betrachten. Mit der Schrafiire 
wirkt der Kupferstecher malerisch, wie der Maler 
mit der Farbe. Wie aber in der Malerei die Farbe 
über die Schönheit der Zeichnung täuschen und die- 
selbe gleichsam in ihren Farbenreiz verschlingen kann, 
so kann es auch im Kupferstich eine künstlerisch 
durchgebildete Schrafiire thun. Und wie die Farbe 
immerhin ein Dunkles ist, das einen Gegenstand 
wahrnehmbar macht, so ist es auch die Schrafflre. 
Als ein Dunkeles schliesst sie das Licht aus, das die 
Schönheit der Zeichnung fordert, und diese fordert 
entweder keine Schrafiire, oder doch eine Schrafiire, 
die das Licht hindurch leuchten lässt, in welchem die 
Schönheit der Zeichnung gesehen und hervorgehoben 
sein will. Eine einfache Schrafiire, die als Schattirung 
das Plastische der Form hervorhebt, reicht hin. Dies 
war der Standpunkt eines Marc-Anton, der die 
Zeichnungen seines Freundes Raphael in Kupfer 
stach, und auf diesen Standpunkt sind mehrere, nicht 
unwerthe Kupferstecher zurückgegangen. 
Wenn wir nun jene Technik, die, den Realismus 
der Farbe nachbildend, malerisch wirken will, eine 
realistische Technik nennen, so dürfen wir 
wohl eine Technik, welche die Schönheit der Zeich- 
nung hervorzuheben trachtet, eine idealistische 
Technik nennen. 
a. Den Realismus der Technik bemerken wir zu- 
nächst in Wien und Nürnberg, wo die Schule von 
Wille noch nicht vergessen war. In Wien bei dem 
besten und gewandtesten Zögling der dortigen Kunst- 
schule, Karl Rahl. Er war 1779 in Heilbronn geboren, 
erlernte bei einem Silberarbeiter das Grraviren und 
ging dann 1799 nach Wien, wo er an der dortigen
        

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