Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Geschichte des Kupferstichs
Person:
Frantz, Adolf
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-710633
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-713280
Ersten und Besten, die den hohen Werth dieser 
deutschen Kunst erkannten und empfanden, war 
P. Cornelius. Nachdem er schon in den Zeichnungen 
zu Göthe's Faust (gestochen von Ruscheweyh) und 
zu den Nibelungen (gestochen von Amsler, Barth, 
Lips und Ritter) ebensowohl in der Wahl des 
Gegenstandes wie in der Form der Darstellung eine 
wahrhaft nationale Weise wieder angeschlagen, und 
sich als treuer Nachfolger jener ächten deutschen 
Kunst hingestellt hatte, die seit Albrecht Dürer so 
jäh abgebrochen und vergessen war, wurde er im 
Vereine mit gleichgesinnten Freunden (Schnorr, 
Overbeck, Veit, Koch, Führich) der Begründer der 
neuen Kunstrichtung, die dann später in München 
in den von ihm entworfenen und unter seiner Leitung 
ausgeführten Fresken zu einer wundersamen Blüthe 
sich entfaltete. Auch die von ihm wieder neu er- 
öffnete Kunstschule in Düsseldorf empfing die 
erste Anregung durch ihn, und wenn sich hier, wie 
dann auch in Berlin eine weichlich sentimentale 
Stimmung der Kunst bemächtigte, die der Ent- 
wicklung der monumentalen, idealen, stylvollen Kunst 
der Münchener nicht günstig war, so konnte einen 
Cornelius diese Wendung wohl betrüben, er selbst 
aber blieb der unvergleichliche Künstler, der seine 
erhabene Kunstrichtung in Berlin mit den in heiligem 
Ernste tief empfundenen Compositionen zu dem pro- 
jectirten Campo santo (gestochen von  Thaeter) 
krönte. 
Die Schilderung der Verzweigungen, welche aus 
dem neu belebten Stamme deutscher Kunst empor- 
wuchsen, gehört in die Geschichte der Malerei. Wir
        

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