Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Geschichte des Kupferstichs
Person:
Frantz, Adolf
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-710633
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-713279
der Zerstörungswuth der Revolutionszeit davon ge- 
rettet hatten; die Darstellungen dieser Gemälde 
wollten begriffen sein; die Ueberlieferungen des 
christlichen Mittelalters in Cultus und Sage mussten 
beachtet werden; es ward eine Sprache aus der 
Vergangenheit laut, die zu deuten war; sie redete, 
wenn auch oft missverstanden, in der Poesie der 
Romantiker; ein wunderbares Stück dieser Romantik 
erschien in Göthe's Faust; die Recken und Helden 
der Nibelungen standen Wieder auf, und was Ge- 
schichte und Märchen erzählten, leuchtete auf in 
poetischem Schimmer. 
Kurz, "eine originale deutsche Kunst erstand 
vor den Augen der Zeitgenossen, die darauf schier 
versessen waren, dass nur aus Griechenland, aus 
Italien oder Frankreich die bildende Kunst kommen 
könne. Denn, „die Deutschen sind Deutsche", klagte 
schon 15 30 ein Agricola; „sie haben das Ihre immer 
gering geachtet und auf anderer Leute und Völker 
Wesen, Sitten und Gebärden gegafft, gleich als 
hätten ihre Vorfahren nie nichts gehandelt, geredet, 
gesetzt und geordnet, das ihnen ehrlich und rühm- 
lich nachzusagen wäre". Konnte doch auch ein 
Göthe sich nicht zurecht finden in das Wieder- 
erwachen der altdeutschen Kunst, obwohl er selbst 
früher mächtig angehaucht war von der tief roman- 
tischen Poesie in dieser Kunst.  Dem gegenüber 
darf das Verdienst der Gebrüder Boisseree und 
ihres Freundes Bertram nicht vergessen wer- 
den, die in ihrem, von Strixner lithographirten 
Galleriewerke eine Auswahl ihrer gesammelten Kunst- 
schätze altdeutscher Malerei dem deutschen Volke 
vor Augen zu stellen sich bemüheten.  Einer der
        

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