Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Geschichte des Kupferstichs
Person:
Frantz, Adolf
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-710633
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-713265
Idealen  und die Künstler wandten sich dahin, wo 
man es immer gefunden zu haben meinte, nach 
Italien. Dahin hatte schon längst Winckelmann, 
dieser Herold der Kunst, wie er genannt ist, gerufen, 
aber die Frucht seiner Bemühungen ging doch erst 
jetzt auf, nachdem die Drangsale der Zeit den Boden 
dafür bereitet hatten. Doch nicht die Antike allein, 
auch die Malerei, deren der Kupferstich sich nicht 
entschlagen kann, zog dahin, wo die nachbildende 
Kunst das Verständniss für die Schönheit der 
früheren italienischen Malerschulen bereits wieder 
erschlossen hatte; und wo es einem Kupferstecher 
versagt war, in Italien seine Studien zu machen, da 
fand man in deutschen Gemäldegallerien manches 
Werk, das zu erneuertem Studium aufforderte. 
'Auch hatten schon manche Kupferstiche, z. B. aus 
der Stuttgarter Schule, die Schönheit solcher idealen 
Werke gezeigt.  
Noch eines, auch für den Kupferstich wichtigen 
Momentes muss hier mit wenigen Worten gedacht 
werden. Denn nicht bloss in den Traditionen der 
italienischen Kunst gab es ein Ideales; auch in 
Deutschland gab es Kunsttraditionen, die nicht mehr 
übersehen wurden. Die Ideale, die man darin fand, 
waren aus einem andern Volksgeiste geboren, den 
die Deutschen, die mit ihrer Vergangenheit gebrochen 
hatten, nicht mehr verstanden, ja, verzaubert in den 
Pfauenschweif der Renaissance, barbarisch nannten. 
Die aber diesen Zauber sich aus den Augen ge- 
waschen hatten, urtheilten anders. Da. standen die 
durch vandalische Missachtung verhunzten Dome, 
dann die in Kirchen und Klöstern noch bewahrten 
alten Gemälde, und was die Gebrüder Boisseree aus
        

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