Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Geschichte des Kupferstichs
Person:
Frantz, Adolf
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-710633
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-711003
Wunder" (Raub der Amymone durch Glaucus) um 
das Iahr 150g.  
Im Iahre 1520 macht er in Begleitung seiner 
Frau und Magd Susanne eine Kunstreise nach den 
Niederlanden, wo er längere Zeit in Antwerpen weilt, 
von Königen, Fürsten, Künstlern ausgezeichnet, reich 
beschenkt wird, aber doch in seiner Hoffnung, durch 
den Verkauf seiner Kupferstiche und Holzschnitte 
die Reisekosten decken zu können getäuscht wird 
und für die Rückreise 100 fl. borgen muss. In seinem 
Tagebuche bezeugt er die innige Theilnahme, welche 
er an der Reformation nimmt, als er die Gefangen- 
nahme Luthers erfährt.  Im Iahre 1523 malt er 
die Heiligen Joseph und Joachim, Simon und Lazarus 
auf Goldgrund, zwei Flügelbilder, in welchen man 
in Farbe und Ausdruck den Einiiuss der Nieder- 
länder bemerken zu können meint. Das letzte 
grossartige und bedeutungsvollste Werk sind die 
lebensgrossen Gestalten der Apostel: Iohannes und 
Petrus, Marcus und Paulus als feste und getreue 
Hüter des göttlichen Worts, das sie in Händen 
haben  (1825 gestochen von Reindel). Man hat 
diese Bilder als die würdigsten Seitenstücke zu dem 
Glaubensliede Luthers: „Eine feste Burg etc." und 
als das erste Gemälde bezeichnet, welche der prote- 
stantische Geist geboren habe. Gewöhnlich werden 
diese Gemälde „die vier Temperamente" genannt: 
Der tief sinnende Iohannes, das melancholische Tempe- 
rament; der sich über das Buch bückende Petrus in 
seiner Ruhe, das phlegmatische Temperament; der 
offen umher blickende Marcus auf dem z. Bilde stellt 
das sanguinische, und der streng und ernst über 
seine Schulter blickende Paulus das cholerische
        

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