Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Geschichte des Kupferstichs
Person:
Frantz, Adolf
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-710633
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-713148
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konnten, und ging zu einer weicheren Behandlung 
über. In diesem Genre gilt das Portrait des Malers 
Graff als ein vorzügliches Werk. Gröthe sah diesen 
Stich im Entstehen und sagt darüber: „der Kopf 
ist ganz vortrefflich; das künstlerische Auge hat den 
höchsten Glanz, nur will mir die Stellung, da er 
über einen Stuhlrücken sich herüberlehnt, nicht ge- 
fallen, um so weniger, da. dieser Rücken durch- 
brochen ist, und das Bild also unten durchlöchert 
erscheint. Das Kupfer ist übrigens auf dem Wege, 
gleichfalls sehr vollkommen zu werden". Wie Müller 
aber auch mit einem kräftigen Grabstichel zu malen 
verstand, beweist das Blatt: „L0th und seine 
Töchter" nach Honthorst, in welchem auch die be- 
liebten Lichteffecte dieses Malers trefflich wieder- 
gegeben sind.  Unter seinen Schülern ist sein 
Sohn Friedrich Wilhelm Müller voran zu 
nennen. Er war 1782 geboren. Nach einer Studien- 
reise in Italien wurde er 1809 Hofkupferstecher in 
Stuttgart und 1814 Professor in Dresden. Hier 
stach er die durch ihn so berühmt gewordene 
sixtinische Madonna nach einem schon ganz 
verblassten Gemälde RaphaeFs in der Dresdner 
Gallerie, ein Meisterstück der Stecherkunst erster 
Grösse. Der Stich hatte ihn geistig so ergriffen, 
dass er darüber in tiefe Schwermuth veriiel. Auf 
der Irrenanstalt in Sonnenstein bei Pirna. Heilung 
suchend, ereilte ihn hier der Tod, nachdem ihm 
kurz vorher noch der erste Abdruck der vollendeten 
Platte überbracht war im Jahre 1 8 x 6. Nach diesem 
Stiche hat später Rudolph Nordheim das 
Madonnenbild in Stahl gestochen , während drei 
andere Meister, Moritz Steinla, Joseph Keller
        

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