Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Geschichte des Kupferstichs
Person:
Frantz, Adolf
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-710633
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-713129
holländischen höheren Genres, die bei einem 
höchst dürftigen Inhalte doch mit einer höchst 
sauberen Farbentechnik die Stoffe und Draperien 
behandeln. Diese Dinge waren es aber, die seine 
Virtuosität herausforderten, und seine Meisterschaft 
in Darstellung der Stoife ist oft bewunderungswürdig. 
Aber seine Originale waren wie bei Schmidt die 
Holländer; und wenn man annehmen muss, dass nur 
ein verwandter Geist einen verwandten versteht; so 
muss man auch bei Wille, wie bei Schmidt, zweifeln, 
ob er mit seinem realistischen Geiste es vermocht 
hätte, in den Idealismus der italienischen Kunst ein- 
zudringen, und ob seine, für die Niederländer so 
homogene realistische Technik geeignet gewesen 
Wäre für Darstellungen der idealen Kunst. Und so 
wäre denn durch die ausgezeichneten Leistungen 
dieser beiden höchst würdigen Meister der Kupfer- 
stich zunächst nur auf seiner realistischen 
Stufe der Entwicklung festgehalten. 
Wille, der mit so viel Wohlwollen in Paris auf- 
genommen war, erwiederte dies Wohlwollen auch 
seinen jüngeren deutschen Landsleuten, die sich 
nach Paris wandten, um seinen Rath und Unterricht 
zu geniessen. Unter diesen waren es zunächst zwei 
glückliche Talente, denen es vorbehalten war, in 
Deutschland zwei Stecherschulen zu begründen, 
in denen die Resultate der Wille'schen Kunst zu 
weiterer Entwicklung gelangten, und die im engeren 
Sinne als die Begründer einer neuen deut- 
s c h e n S t e c h e r k u n s t betrachtet werden können. 
Der 
eine 
und 
bei 
weitem 
der 
bedeutendste 
unter 
ihnen. war Johann Gotthard v. Müller, der eine 
Stecherschule in S t u t t g a. r t begründete ; der andere
        

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