Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Geschichte des Kupferstichs
Person:
Frantz, Adolf
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-710633
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-713110
von Jahren und Leiden 1808 gestorben ist. Wie 
im Portraitstich Schmidt an Edelinck reicht, so er- 
innert Wille an A. Masson, wie man leicht bemerkt, 
wenn man mit einander vergleicht, was beide in 
diesem Fache Vorzügliches geleistet haben, wie 
z. B. Masson's Cadet de la Perle und Wille's Marquis 
de Marigny oder I. Bapt. Masse, in denen man die 
unnachahmliche Behandlung des Colorits zu bewundern 
hat, wenn man auch bei beiden Künstlern das In- 
carnat etwas zu hart und glänzend finden könnte. 
Beide hatten, ehe sie Kupferstech-er wurden, ihre 
Hand geübt als Damasceniner und damit eine Festig- 
keit und Sicherheit in der Führung des Grabstichels 
gewonnen, die auch Wille's Kupferstiche nach nieder- 
ländischen Malern in so hohem Grade auszeichnete. 
Schmidt hatte sich, wenn er nach solchen Meistern 
stach , einer kunstreichen Radirung bedient, die 
seinen Werken in dieser Richtung so viel Anmuth 
und malerischen Reiz verleiht. Wille bediente sich 
für diese Stiche wie bei seinen Portraits des Grab- 
stichels und erreichte in dieser Technik eine Virtuo- 
sität, wie sie bisher bei den Nachbildungen der 
Niederländer noch nicht erreicht war. Der mit fester 
geübter Hand bewirkte scharfe und tiefe Schnitt in 
das Metall hinein gab seinen Stichen diesen wunder- 
baren Glanz, der Manche verführte, die äusserste 
Grenze des Meisters noch zu übertreiben, der aber 
doch zu der virtuosen Technik gehört, welche dieser 
grosse Künstler in allen seinen Werken in einer 
Weise bevorzugte, dass sie fast immer zuerst be- 
merkt wird, obwohl es Wille auch meisterhaft ver- 
stand, in den Geist seiner Originale einzugehen. 
Wille stach mit Vorliebe nach den Gemälden des
        

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