Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Geschichte des Kupferstichs
Person:
Frantz, Adolf
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-710633
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-713061
Humor mehr in der Form als im Ausdruck suchte, 
so wiederholte er sich beständig und ward zuletzt 
langweilig, und so überlebte er bald den Ruhm, den 
er in den von ihm illustrirten Taschenbüchern er- 
langt hatte.  
Chodowiecki wählte für die beliebtesten Al- 
m a n a. c h s seiner Zeit gern cyklische Dar- 
stellungen, die er aus der Geschichte oder aus 
dramatischen Werken schöpfte; auch die Sitten, Ge- 
wohnheiten, Anschauungen, Modethorheiten seiner 
Zeit mit solchen Darstellungen illustrirte. Aber auch 
die Werke der damals beliebten deutschen Litteratur 
illustrirte er mit einzelnen gemüthlichen Bildern. 
Und da zerbrach er sich nicht den Kopf darüber, 
mit was für mythologischen oder symbolischen 
Figuren er den Inhalt solcher Werke am besten be- 
zeichnen oder am heitersten schmücken könne; er 
griff in den Inhalt solcher Werke, und stellte 
lebendige Scenen daraus vor, wie sie sich in seinem 
Humore spiegelten. Auch darin ist er vorbildlich 
geworden. Die Zeichner besannen sich darauf, dass 
es eine deutsche Litteratur gäbe, die für den Zeichen- 
stift ihre Schätze eröffne. Wie viele ungeschickte 
Hände und poesieleere Köpfe sich seit der Zeit 
solcher Schätze bemächtigt haben , am Ende war es 
doch etwas, dass, wie die Engländer ihre Shakespeare- 
Gallerie erhielten, die Deutschen nun auch eine Göthe- 
oder Schiller-Gallerie aufzuweisen hatten.  
Auch sein deutscher Humor wirkte anregend 
auf verwandte Geister, und wäre es auch nur allein 
ein Ludwig Richter, den er anzog, so können 
wir uns in diesem einen Meister eine Fülle kleiner 
gemüthlicher Darstellungen auch dann erfreuen, wenn
        

Nutzerhinweis

Sehr geehrte Benutzer,

aufgrund der aktuellen Entwicklungen in der Webtechnologie, die im Goobi viewer verwendet wird, unterstützt die Software den von Ihnen verwendeten Browser nicht mehr.

Bitte benutzen Sie einen der folgenden Browser, um diese Seite korrekt darstellen zu können.

Vielen Dank für Ihr Verständnis.