Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Geschichte des Kupferstichs
Person:
Frantz, Adolf
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-710633
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-710994
thürnlich phantastischen Richtung der deutschen 
Kunst in jener Zeit und von höchst musterhafter 
Ausführung. Der Ritter soll Franz v. Sickingen 
sein, was dann freilich auch ein Zeugniss abgeben 
könnte von Dürers freisinniger kirchlichen und 
politischen Denkungsweise.  Im Jahre 1515 ent- 
warf er die Zeichnungen zu dem grossen Holzschnitt- 
werke „Ehrenpforte des Kaisers Maximilian", das 
V.B3.1'1ISCh in Kupfer copirt 1799, Vienne chez Mollo 
et Comp. herausgab. In dies Jahr fallen auch die 
Randzeichnungen in dem Gebetbuche des Kaisers, 
der ihn zu seinem Hofmaler ernannt hatte. Diese 
Federzeichnungen (auf 4 3 Bltt. lithogr. von Strixner), 
sind so einzig in ihrer Art, so voll Geschmack und 
Anrnuth, ohne überall auf den Inhalt des neben- 
stehenden Gebetes Rücksicht zu nehmen, bald voll 
Ernst und Würde, bald voll spielenden Humors, und 
überall mit so maassvoller Phantasie entworfen, dass 
sie ohne Frage zu den Meisterwerken des Künstlers 
gehören, und ein Zeugniss sind von der Blüthezeit 
seines Kunstgeistes. 
Zu seinen Meisterwerken gehört der hl. Huber- 
tus, mit dem schönen landschaftlichen Hintergründe. 
Ein Bild voll edler Wirkung und trefflicher Technik. 
Der fast drohende Ernst des Hirsches, der in An- 
dacht übergehende Schreck des ritterlichen Iägers, 
sind anziehend und fesselnd. Die Zeit des Entstehens 
dieses Bildes ist ungewiss. Gewiss war es vor 1520 
vollendet, da. es zu den Kupferstichen gehört, Welche 
Dürer mit nach den Niederlanden nahm, um sie zu 
verkaufen. Retberg in seinem kritischen Verzeichniss 
datirt es, zugleich mit ebenfalls einem der schönsten 
Landschaftsbilder Dürers, dem sogenannten „Meer- 
 W
        

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