Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Geschichte des Kupferstichs
Person:
Frantz, Adolf
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-710633
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-713023
lich in jener Zeit. Der Aufschwung, den mit 
Wiedererwachen der schönen Litteratur auch 
dem 
der 
Buchhandel gewonnen hatte, hatte auch die Lieb- 
haberei für illustrirte Bücher wieder geweckt. Die 
Buchhändler meinten die so geschmückten Bücher 
besser verkaufen zu können, und das verführerische 
Vorbild, welches Frankreich um die Zeit gab, musste 
in Deutschland nachgeahmt werden. Den Kupfer- 
stechern wurde ein neuer Erwerbsquellf) eröffnet, 
und wenn sie etwas verdienen wollten, mussten sie 
sich anstrengen, etwas besseres zu leisten als bisher, 
wo ihre Kunst sich fast nur darauf beschränkte, 
Portraits und Landschaften zu stechen. Sie suchten 
durch bessere Leistungen den Buchhändlern sich zu 
empfehlen, und fanden sich am liebsten da ein, wo 
der Buchhandel Beschäftigung gab. Chodowiecki 
machte Aufsehen, fand Beifall und gewährte Alles, 
was dem Buchhändler und dem Kupferstecher zu- 
gleich erwünschten Vortheil bringen konnte. Dafür 
machte ihn der Buchhandel in weiten Kreisen be- 
kannt und beliebt, und es gab keinen zweiten Meister, 
der so wie er den Buchhandel und den Kupferstich 
zu einem gemeinsamen Interesse verband. Nun 
nahmen sich auch die Bücherschreiber dieser Kupfer- 
stecher an, empfahlen ihre Verdienste, lieferten Ver- 
zeichnisse ihrer Werke, ihrer Vignetten, Titel- und 
Bücherkupfer etc. und halfen mit zu der Bedeutung, 
welche diese Kleinkünstler, wenn auch nicht für die 
Kunst-, doch gewiss für die Litteratur- und Cultur- 
i) Was von den Kupferstechern gefordert, und was ihnen für 
ihre Arbeit gezahlt ward, darüber s. Meusel, Miscellaneen, 30. Heft, 
pag. 323,- 337, den Extract aus Rossmaesslefs Rechnungsbuche 
(Schreibebuche).
        

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