Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Geschichte des Kupferstichs
Person:
Frantz, Adolf
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-710633
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-713016
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was er nach der Wirklichkeit zeichnete und radirte, 
Gestalt, Ausdruck, Bewegung und Leben erhielt, und 
er stellte seine Bilder so dar, wie sie in ihm lebendig 
geworden waren. Diese ideale Bilclungskraft war 
so sehr sein eigenthümliches Kunstgenie, dass darin 
auch das Kleinste, auch ein Kopfputz der Berliner 
Modewelt, eine Kunstweihe erhielt, daran man die 
Bilder des Meisters immer leicht wieder zu erkennen 
vermochte. In kleine Formen und in die mannig- 
faltigen Scenerien des modernen Treibens steckte er 
seine Ideen, und so gelang es ihm, Miniatur- 
darstellungen von Ideen zu liefern. Ja das machte 
ihn so populär, dass er das für Tausende an 
sich unverständliche und ungeniessbare 
in ihren eigenen Physionomien, in ihrem 
Frack und Geschmack darzustellen wusste, 
und aus dem Idealen schöpfte, ohne den 
Leuten seiner Zeit zu zeigen, woher er es 
habe, ja sie in die Täuschung versetzte, 
dass sie meinten, er habe es aus ihren 
Kramläden und von ihren Märkten ge- 
IIOITIIIIBII. 
Chodowiecki 
hat 
über 
2000 
Blätter 
selbst 
radirt 
und mindestens eben so viele Zeichnungen für Andere 
geliefert. Manche seiner Blätter werden noch jetzt 
mit Auszeichnung genannt; manche haben Werth 
durch die patriotischen Darstellungen aus dem Leben 
seines grossen Königs Friedrich II.; wieder andere 
wegen ihrer Seltenheit, oder wegen der Croquis in 
den Rändern.  
Dass ein so beliebter Künstler Nachahmer fand, 
die auch wohl nach seinen Zeichnungen stachen, und 
selbst seine Blätter copirten, ist begreiflich; sonder-
        

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