Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Geschichte des Kupferstichs
Person:
Frantz, Adolf
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-710633
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-712996
auf 
Aehnlichkeit 
der 
Portraits 
oder 
Situationen 
kam, 
stets 
liess 
in 
er seinen reichen Humor walten, der 
den Schranken des Sittlichen und 
sich 
An- 
gemessenen bewegte. Manche Darstellungen stehen 
wie ein plastisch ausgesprochener Witz vor uns, zu 
denen man Noten schreiben kann, wie zu Rabelais 
und Hudibras. Denn wie er die Gedanken und 
Situationen Anderer, die er in ihren Büchern findet, 
so treffend in seinen Bildern darzustellen weiss, so 
fehlt es bei ihm auch gar nicht an solchen Bildern, 
hinter welchen er eine kleine Welt eigner Gedanken 
verbirgt, und selbige so anmuthend hervorschauen 
lässt, dass sie ordentlich auffordert, mit ihr zu reden 
oder sie zu hören, und also in Worten zu erzählen, 
was das Auge sieht, was freilich am besten nur ge- 
schehen würde von Einem, der wie Chodowiecki 
selbst denkt und fühlt, und mit ihm die Lust und 
Laune theilt, wie nicht bloss ein Lichtenberg", 
sondern auch ein Hippel, ein Jean Paul etc. Denn 
die kleine Welt seiner eigenen Gedanken ist nicht 
zu vergleichen mit einem steifen Paradezimmer, oder 
mit einem diplomatischen Salon, wo in stattlichen 
Perrücken und mit gewichtigen Mienen über Staats- 
und Weltgeschichte gewürfelt wird,  sondern, 
wenn man will, mit einer fröhlichen Kinderstube, mit 
einem heitern, harmlosen Haus- und Familienkreise, 
wo mit Anmuth und Behagen geplaudert und ge- 
scherzt wird, und darin ist er unter den Musikern 
mit einem Joseph Haydn zu vergleichen, aber der 
deutsche Callot ist darin ganz anders als der franzö- 
sische Callot. Denn wenn dieser "anagrammatische 
Zerrbildner" die Buchstaben in den Worten, in denen 
er mit uns reden will, versetzt, dass wir ihn nicht
        

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