Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Geschichte des Kupferstichs
Person:
Frantz, Adolf
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-710633
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-712986
immer 
neuen 
Phantasiebilder. 
Aus 
diesem 
Formate 
durfte er nicht herausgeben, wenn nicht die seiner 
künstlerischen Begabung verliehenen Vortheile sollten 
verloren gehen. Unverkennbar sind ihm, mehr als 
die grossen Bilder, die kleineren Bilder mit Leich- 
tigkeit und Bequemlichkeit gelungen.  Seine für 
künstlerisches Schaffen feine und scharfe Beobach- 
tung scheint sich vornämlich auf die conventionellen 
Formen des modernen Lebens gewendet zu haben, 
wo Alles bequem und leicht gedacht, gefühlt und 
genommen sein will, wenn es in Harmonie mit der 
Wirklichkeit erscheinen soll; und selbst das kleine 
Format scheint sich trefflich zu eignen für die 
ephemeren Erscheinungen des bloss Conventionellen, 
das in tausend kleinen Scenen und vorübergehenden 
Physionomien vor den Augen der Beschauer vorüber- 
schlüpft, ohne einen in's Grosse wirkenden Eindruck. 
So war Chodowiecki der unmittelbarste Darsteller 
seiner Zeit. Er verfolgte sie in ihren Moden, Sitten, 
Situationen, in ihren Tugenden und Lastern, in ihrem 
öffentlichen Leben wie in ihren geistigen Produc- 
tionen. Sein Streben verherrlichte den Preussischen 
Patriotismus, illustrirte die gespreizte und blasirte 
Sentimentalität, nahm Theil an allem, was seine Zeit 
in Schmerz und Freude bewegte. Wie er auf seinen 
Reisen die ihm interessanten Scenen in seinem Tage- 
buche nicht beschrieb, sondern zeichnete (Reise nach 
Danzig), so vertraten seine Bilder eine lebendige Er- 
zählung, und seine Illustrationen sind nicht, wie jetzt 
so häufig, ein von der Laune des Zeichners erfundener 
Schmuck, sondern gehen immer in den Geist und 
Sinn des betreifenden Werkes ein und suchen dessen 
Kern im Bilde zu erfassen. Wo es ihm nicht gerade
        

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