Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Geschichte des Kupferstichs
Person:
Frantz, Adolf
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-710633
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-712934
lineare Schönheit und plastische Formenentwicklung 
mehr anregt, als die Oelmalerei, welche die Wirkung 
der Farben nicht entbehren mag, und die Kupfer- 
stecherkunst vielfach auf verderbliche Abwege ver- 
führt hatte. 
Auch darf die Bedeutung nicht unbeachtet 
bleiben, welche der Kupferstich mit den ver- 
vielfaltigenden Künsten überhaupt gewonnen hat. 
Er ist nicht bloss dem besseren Kunstgeschmack 
nachgegangen, er hat ihn auch mit begründen 
helfen; er ist fast mehr als die Malerei behülflich 
gewesen, das Geheimniss antiker Schönheit wieder 
zu eröffnen, und die Schätze alter, vielfach ver- 
kannter und vergessener Kunst wieder zur An- 
erkennung zu bringen; ja, WO die Malerei die alte 
Zopfzeit noch nicht loswerden konnte, kündigte sich 
schon im Kupferstich das Morgenroth eines besseren 
Tages an, und wo die Malerei ermattet war, trat 
der Kupferstich in ihre Stelle und belebte wenigstens 
wieder, was die alte Kunst überliefert hatte. 
Allerdings hat sich in den vervielfaltigenden 
Künsten eine erfinderische Thätigkeit entwickelt, 
die auf Kosten des Kupferstichs Theilnahme an den 
Werken der schönen Künste zu erwecken und zu 
befriedigen strebt. Holzschnitt, Lithographie, Stahl- 
stich, Photographie haben eine Verbreitung gefunden, 
die dem Kupferstich vielfach Abbruch gethan hat, 
und ihn, um sich gegen die ihn bedrohende Con- 
currenz zu behaupten, zu Anstrengungen nöthigte, 
die ihm nicht durchaus günstig sind.  Wir ge- 
denken jedoch nicht, die Geschichte des Kupferstichs 
bis in diese Bedrängniss zu verfolgen, und wollen 
nur einzelne Erscheinungen mit ihren Erfolgen hervor-
        

Nutzerhinweis

Sehr geehrte Benutzer,

aufgrund der aktuellen Entwicklungen in der Webtechnologie, die im Goobi viewer verwendet wird, unterstützt die Software den von Ihnen verwendeten Browser nicht mehr.

Bitte benutzen Sie einen der folgenden Browser, um diese Seite korrekt darstellen zu können.

Vielen Dank für Ihr Verständnis.