Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Geschichte des Kupferstichs
Person:
Frantz, Adolf
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-710633
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-710975
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sich aber in den glaubwürdigen Nachrichten über 
ihn kein Anknüpfungspunkt findet. 
Betrachtet man auf einem seiner Hauptblätter, 
„der Tanz der Herodias", den burgundischen Kopf- 
schmuck der fürstlichen Frauen, so möchte man 
glauben, Israel habe französische Miniaturen aus dem 
'14. und l 5. jahrhundert vor Augen gehabt, in 
welchen dieser Kopfputz häufig vorkommt, und es 
wäre wohl möglich, dass seine Technik sich an die 
zierliche und saubere Behandlungsweise der Miniatur- 
maler angeschlossen hat. 
Den vollendeten altdeutschen Charakter hat 
Albert Dürer dem Kupferstich eingehaucht. 
Albert Dürer war in jener Zeit in Deutschland das 
am meisten vielseitig begabte Kunsttalent. Er war 
ausgezeichnet als Maler, Kupferstecher und Form- 
schneider; er schnitzte Bilder aus Holz, Elfenbein, 
Metall und Stein, war Architekt und Kunstschrift- 
steller und Typograph, wenn man annehmen darf, 
dass er das Holzschnitt-Werk: „Das Leben der 
Marie" selbst gedruckt und verlegt, und die schönen 
Initialen zum Titel seiner Apokalypse selbst in Holz 
geschnitten hat. Er war, als der dritte von 18 
Kindern im Jahre 1471 zu Nürnberg geboren, wo 
sein Vater ein geschickter Goldschmied war. Er 
erlernte bei seinem Vater diese Kunst, dann seit 
1486 die Malerei bei Michel Wolgemuth, ging 
auf die Wanderschaft, und als er wieder heim kam, 
handelte Hans Frey mit seinem Vater, und gab ihm 
seine Tochter, mit Namen Jungfrau Agnes, zur Frau, 
1494. Von da an begann er als selbständiger 
Künstler die Malerei; weil er aber wenig Aufträge 
erhielt, griff er zum Kupferstich und Holzschnitt. Im 
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