Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Geschichte des Kupferstichs
Person:
Frantz, Adolf
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-710633
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-712845
hohen Grade der Vollendung brachten. Die Menge 
der Blätter, welche von diesen und anderen Meistern 
in den Handel kamen, mag den Beifall beweisen, 
den sie fanden. Ob sie ihn jetzt noch verdienen ist 
eine andere Frage; „das Russige der Erscheinung, 
die verschwommenen Lichter, der Mangel markiger 
Linien und scharfer Charakteristik des Einzelnen 
können uns nicht mehr ansprechen", dazu die Menge 
englischer Bildnisse, für deren Schätzung uns der 
englische Nationalstolz fehlt. Indess gehören die ge- 
nannten. Meister immerhin zu den besten in der 
Schwarzkunst aus dieser Zeit, denen jedoch noch 
Andere später nachfolgten. 
Die Punktirmanier, von einem Holländer 
in Leyden, ]a k 0 b B y l a e r t, erfunden, fand, seitdem 
Fr a n z B a r t o l 0 z zi sie bei seinem Aufenthalte in 
London wesentlich verbessert hatte, viel Beifall, und 
in Rylan d und T h. Byrne und Andern beliebte 
Künstler; ist aber später aus der Mode gekommen. 
Die Tuschmanier (Aquatinta) ward durch Paul 
San db y sehr vervollkommnet, und fand viele ge- 
schickte Künstler. 
Einen lebhaften Kunsthandel bildeten die bunten 
Kupferstiche, zu denen der Maler Westall mit 
seinen niedlichen Mädchengesichtern, Kindergruppen, 
Nymphen etc. Veranlassung gab, und die seiner Zeit 
alle Märkte überschwemmten. 
Wenig Ehre machte der Kunst der sogenannte 
Polyplasiasmus , ein von dem Quäker Joseph 
Booth erfundener Versuch , Oelgemälde wohlfeil 
darzustellen. Die Gemälde wurden mit dem Storch- 
schnabel (Polygraphen) copirt, und dann mit dem
        

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