Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Geschichte des Kupferstichs
Person:
Frantz, Adolf
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-710633
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-712811
geschickter und beliebter NIeister erwarben. Als in 
Frankreich der Kupferstich sank und immer schlechter 
ward, galt England für das einzige Land, woher die 
Liebhaber gute Kupferstiche beziehen zu können 
meinten. Es währte aber lange, ehe es zu diesem 
Aufschwunge kam. Im 17. Jahrhundert ward das 
Land bewegt durch die Kämpfe politischer und reli- 
giöser Parteien, die den Sinn für die Kunst ver- 
scheuchten. Wenzel Hollar liess sich damals in 
England nieder; er war kein schöpferisches Talent, 
aber ein bedeutender und eigenthümlicher Techniker; 
aber trotz seines Fleisses starb er in Armuth und 
seine wenigen Schüler blieben unbeachtet; ausser 
dass man seit dieser Zeit anfing, sich des Radirens 
zu bedienen. Unter der Regierung Karl's II. stand 
die Kunst in keinem Ansehen und Georg I., der die 
berühmten Cartons von Raphael in Kupfer stechen 
lassen wollte, fand keinen Meister in England, dem 
er das Werk anvertrauen konnte. Er that, was 
man früher schon zu thun pflegte, wenn einmal im 
Kupferstich etwas gutes und tüchtiges geleistet wer- 
den sollte, er wandte sich nach dem Auslande. 
Nikolas Dorigny wurde berufen, der in den 
Jahren von 171x-17r9 das Werk vollendete und 
dadurch die Kupferstecher ein wenig in Bewegung 
brachte. Wenn bald darauf W. Hogarth Auf- 
sehen erregte, so war dies nicht durch die Technik. 
als vielmehr durch die satyrische, oft beissende Lauge 
seiner Darstellungen. Er war keines Meisters Schüler 
und keines Schülers Lehrer; eher ein Aristophanes 
aber kein Apelles. Im Jahre 1735 setzte das Haus 
der Gremeinen den Beschluss durch, dass die Kupfer- 
stecherkunst gefördert werde; und da man diesen
        

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