Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Geschichte des Kupferstichs
Person:
Frantz, Adolf
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-710633
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-712805
ÄL 
daher die Liebhaberei für das Genre, das Hogarth 
bis zur Karrikatur trieb.  Nun hatten die Eng- 
länder auf ihren Seefahrten die Gärten in China 
kennen gelernt und Wunderdinge davon berichtet; 
die wurden auf dem weiten Grundbesitze des eng- 
Lischen Adels nachgeahmt und mussten gemalt wer- 
den, woran sich dann die Landschaftsmalerei bildete, 
die es freilich nicht viel weiter brachte als bis zu 
den beliebten Views, dafür aber manches glückliche 
Talent fand. 
Die Liebhaberei für Jagd und Pferderennen 
lenkte die Aufmerksamkeit auf das Thierstück; und 
als endlich John Boydell 1788 sein Kunstmuseum 
eröffnete, das nur die Werke englischer Künstler 
enthalten sollte, und dieser für die Vaterländische 
Kunst begeisterte Kunsthändler in seiner Shakespeare- 
Gallerie den Künstlern die drastischen Figuren dieses 
grossen Dramatikers empfahl, da wurden denn bald 
auch Darstellungen aus anderen englischen Dichtern 
und Schriftstellern, wie Milton und Hume beliebt. 
Und damit war den Engländern ihre nationale Kunst- 
welt eröffnet; die Kunst aber in dieser Welt fragt 
nicht nach Idealen der Schönheit, sie will nur das 
Wirkliche, und das Wirkliche wirksam darstellen, 
was sie mit ihrem mechanischen Genie für Compo- 
sition und mit ihrem Wohlgefallen an lebhaftem 
Farbenspiel zu erzielen strebte. 
Der Kupferstich folgte im Allgemeinen dieser 
Entwicklung. Von Anfang an auf das Nützliche 
gerichtet, ward er im 18. Jahrhundert ein sehr ein- 
träglicher Handelsartikel, der reichen Erwerb 
und Wohlstand verhiess, daher viele einheimische 
Künstler sich dieser Technik widmeten und den Ruf
        

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