Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Geschichte des Kupferstichs
Person:
Frantz, Adolf
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-710633
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-712791
Ueberall ist der Kupferstich der Entwicklung 
der Malerei gefolgt; aber in England gab es zunächst 
keine einheimische Malerei; sie wurde durch Fremde 
eingeführt. Unter Heinrich VIII. kam Holbein 
nach England, unter Karl I. war Rubens und van 
Dyck da; dann folgte unter Cromwell die Herr- 
schaft des Puritanismus, der allen Schmuck der 
Malerei in Kirchen und Kapellen verschmähte; aber 
auch die anglikanische Kirche war ihm nicht günstig. 
Der Sinn für Malerei entwickelte sich erst, als die 
Engländer sie in Italien kennen lernten. Seitdem 
brachten die englischen Grossen und Reichen viele 
Sammlungen von Gemälden zusammen, die sie in 
ihren Landsitzen aufstellten, aber nicht als Gegen- 
stände der Kunst, sondern des Luxus, des Stolzes 
und der Eigenliebe zu würdigen pflegten. Es galt 
ihnen mehr, viel Geld dafür ausgegeben zu haben, 
als wirklich Werthvolles zu erwerben. Im Jahre 
1754 stifteten Privatleute die Society of Artists, 
welche die Aufmunterung der bildenden und mecha- 
nischen Künste zum Zweck hatte; ihr folgte 175g 
die Stiftung einer Königlichen Akademie, die sich 
nach und nach die Palme des öffentlichen Beifalls 
erwarb. Der Eifersucht zwischen beiden Gesell- 
schaften verdankte die bildende Kunst in England 
zuerst eine lebhafte Anregung. Da die religiöse 
historische Malerei von früher her nicht beliebt war, 
so warf man sich auf Darstellungen aus der vater- 
ländischen Geschichte, beschränkte sich auf das 
Wirkliche und sonderlich wählte man das Portrait. 
Der Nationalstolz der Engländer liebte es, seine 
grossen Männer, aber auch seine Sitten, Gewohn- 
heiten und Gebräuche in Abbildungen zu sehen;
        

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