Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Geschichte des Kupferstichs
Person:
Frantz, Adolf
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-710633
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-712781
sehr leicht und wohlfeil ein Museum von Gemälden 
zusammengebracht, die nicht sehr decent waren, und 
weder der Zeichenkunst noch der Kupferstecherkunst 
Ehre brachten. Sie waren die Schminke auf den 
blassen abgelebten Wangen einer verkommenen 
Kunst. 
England. 
Spät, aber doch noch in diesem Zeitraume tritt 
auch England in die Geschichte des Kupferstichs 
ein, obwohl kaum von einer Geschichte der Technik 
in diesem Insellande die Rede sein kann. John 
Payne in London, 1606-1648, der ein Schüler von 
Simon de Pas war, und William Faithorne, 1620 
bis 1691, der sein Vaterland verlassen musste und 
in Frankreich den Rath eines Nauteuil benutzte, 
sind die ersten guten Kupferstecher Englands. Beide 
stachen vorzüglich Portraits und arbeiteten für Buch- 
händler; aber schon lange vor ihnen und nach ihnen 
gab es viele Kupferstecher, die in derselben Weise 
sich bekannt machten, die den Grabstichel führten, 
so gut oder schlecht sie konnten, unbekümmert, ob 
sie der Kunst einen Dienst erwiesen, nur um des 
Verdienstes willen arbeiteten und die einzige Kunst- 
liebhaberei ihrer Landsleute für Portraits und ver- 
zierte Bücher ausnützten, so gut sie vermochten. 
Jeder betrieb die Kunst mehr als Handwerk, ohne 
sich um die Manier oder den Styl eines Anderen zu 
bekümmern; das Beste, was sie leisteten, erlernten 
sie von Fremden und Ausländern, deren Geschick- 
lichkeit sie jedoch nicht erreichten. Man kann nicht 
sagen, dass der Kupferstich in England sich im Zu- 
sammenhange entwickelt habe; jeder tüchtige Künstler 
war gleichsam eine neue Erscheinung.
        

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