Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Geschichte des Kupferstichs
Person:
Frantz, Adolf
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-710633
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-712773
250,000 Livres. Dorat hatte keine Ruhe, bis seine 
Poesien belebt waren durch Zeichnungen von Eisen 
und verwendete dafür die Hälfte seines Besitzes. 
Arnaud liess es sich seinen letzten Thaler kosten, 
um seine 12 Bändchen Romane mit Zeichnungen von 
Eisen und Marillier geziert zu haben. Die Buch- 
händler gingen an dieser Vignettenwuth zu Grunde, 
und die Schriftsteller speculirten auf den Gewinn, 
den sie in ihren Büchern durch die Kupferstiche 
haben würden, für welche sie grosse Summen an 
eine Menge unnützer Kupferstecher zahlten, die 
weiter nichts zu thun hatten, als allerlei Zeugs von 
Vignetten und Illustrationen in Kupfer zu stechen. 
 Natürlich waren solche Bücher theuer, und nur 
die Reichen konnten sich einen Luxus mit der- 
gleichen Büchern gestatten: die Bürger begnügten 
sich, mit Kupferstichen nach Greuze und Vernet, 
unter Glas und Rahmen ihre Zimmer zu schmücken. 
Kurz vor der Revolution waren die farbigen 
Kupferstiche in Aufnahme gekommen. Die von 
Charpentier und le Prince vervollkommnete 
Tuschmanier war sehr geeignet, zierliche und ga- 
lante Vorstellungen, wie sie einer corrumpirten So- 
cietät gefielen, zu reproduciren. Mehrere Genre- und 
Costüm-Zeichner, wie le Prince, Laureince, 
Debucourt hatten sich dieser Manier bedient, um 
ihre freien und humoristischen Compositionen zu ver- 
breiten, und es war in dieser Technik nicht schwer, 
in Biester, Tusche oder Farben ein kleines Gemälde 
so leicht herzustellen als durch Colorirung eines 
Kupferstichs. Diese Artisten einer unmoralischen 
Schule stellten wahre Aquarelle her, die nicht viel 
theurer als ein Kupferstich waren; und so hatte man
        

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