Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Geschichte des Kupferstichs
Person:
Frantz, Adolf
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-710633
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-712758
der Lage waren, in einer Kunst ihr Glück zu machen, 
die viel lucrativer war als die Malerei; was denn 
auch berühmte Maler der Zeit wie Gillot, die 
Coypel's, Boucher und Grenze bald begriffen 
hatten, und für Bücher ordentliche kleine Genrebilder 
lieferten, die von einer Menge geschickter Stecher 
fein und sauber in Kupfer gestochen und für Bücher 
verwendet wurden. Unter den Zeichnern War zu- 
nächst Hubert Gravelot aus Paris (1699-1773) 
für Illustrationen in allen Stylarten ein bedeutendes 
und überaus fruchtbares Talent. Er hatte Unterricht 
bei den Malern Restout und Boucher genossen, 
machte sich bekannt durch Zeichnungen für Bijou- 
terie- und Goldschmied-Sachen und gelangte durch 
seine Compositionen zu den bedeutendsten Dichter- 
werken, wie Voltaire, Racine, Marmontel u. a. zu 
einem geachteten Namen. In seinen Zeichnungen 
findet man bis in die kleinsten Details die Sitten und 
die Physionomien des 18. Jahrhunderts, treue Beob- 
achtung der Natur und des menschlichen Herzens, 
und Alles in einem graziösen, französischen Ge- 
schmack dargestellt, und von Meistern wie Lorenz 
Cars, Phil. le Bas, Claude Duiios, Choifard, Augustin 
de St. Aubin in Kupfer gestochen.  Neben Gra- 
velot, Cochin und Boucher sind zwei andere Zeichner 
zu nennen Eisen und Moreau le jeune, die 
mehrere Kupferstecher, wie le Mire, Prevost, A. j. 
Duclos, Marillier, die ihre Mitschüler im Atelier von 
le Bas gewesen waren, verleiteten, den Grabstichel 
mit dem Zeichenstifte zu vertauschen. Von C1 emens 
Peter Marillier (geb. um 1744 in Paris), der mit 
Moreau rivalisirte, sind die 300 Zeichnungen zu er- 
wähnen, die er zu der von de Sacy übersetzten 
13th
        

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