Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Geschichte des Kupferstichs
Person:
Frantz, Adolf
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-710633
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-712622
Sinn hatte für die Fadaisen, die, wie schon anfangs 
bemerkt ist, dies siecle de boue auf allen Gebieten 
des sittlichen und geistigen Lebens characterisirten. 
Im Anfange des Jahrhunderts lebten noch eine Zeit 
lang die Erinnerungen an die grosse historische 
Schule des vorigen Jahrhunderts fort; allein sie 
waren doch im Verlöschen, und konnten den Einfluss, 
welchen _Watteau gewann, nicht aufhalten. Wat- 
teau war bei der Königlichen Akademie unter dem 
Titel „eines Malers galanter Feste" aufgenommen, 
und seine galanten, mit feinem, poetischen Sinn er- 
fundenen Feste waren freilich etwas ganz anderes, 
als die historische Malerei zu bieten vermochte; sie 
waren etwas ganz neues, und bezauberten die Lieb- 
haber der Kunst dermaassen, dass man nichts als 
Watteau sehen und haben wollte. Das anmuthige 
Colorit seiner Darstellungen, in welchen Alles 
scherzte, lebte, sang und tanzte: was wollte das be- 
glückte Frankreich mehr. Lancret, sein Schüler 
und mit gleichem Titel Mitglied der Königlichen 
Akademie, unterhielt mit seinen Markt- und länd- 
lichen Scenen, mit seinen Bauerhochzeiten und 
bürgerlichen Festen, noch eine Zeit lang diesen Ge- 
schmack; aber die Nachahmer brachten dies Genre 
bald genug in Verfall und Verachtung.  Neben 
Watteau und Lancret waren andere Maler, wie die 
Vanloo und Restout, welche statt der Natur 
vielmehr die Stellungen und Bewegungen der Schau- 
Spieler, die Minauderien der vornehmen Weiber, das 
affectirte Wesen der Hofleute, die Pracht der Oper 
etc. studirten, und ebenfalls Bewunderer fanden.  
Zuletzt sind auch der Maler der Grazien, WBoucher, 
und der sentimentale Moralist Greuze, der Lieb-
        

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