Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Geschichte des Kupferstichs
Person:
Frantz, Adolf
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-710633
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-710940
er Weniger als die deutschen Meister auf Abstufung 
der Schattentöne einging. Die Zeichnung War ihm 
die Hauptsache, und die Schattirung scheint ihm nur 
so weit bedeutsam, als sie durchaus nöthig war, um 
die plastische Wirkung hervorzuheben. Man könnte 
sagen, die Schattirung ist bei ihm ein nothwendiges 
Accidenz der Zeichnung, während sie bei den 
deutschen Meistern die Substanz ihrer kleinen Bilder 
ist, und zum Wesen derselben gehört. 
Wir reden zuerst von Deutschland und den 
Niederlanden. 
I. In Deutschland gab es schon vor Albrecht 
Dürer viele Kupferstiche, deren Verfertiger unbe- 
kannt sind. Einer der ältesten ist ohne Zweifel der 
unter dem Monogramm E. S. bekannte und auch 
der Meister von x466 genannt, weil dies Datum sich 
auf dem schönsten und seltensten Blatte des Meisters, 
ein Marienbild aus der Benedictiner-Abtei Einsiedeln 
im Canton Schwyz, befindet. Das Blatt ist in Heller's 
Handbuch für Kupferstichsammler, II. Aufl. p. 867, 
nebst vielen anderen Blättern näher beschrieben. Inte- 
ressant ist die Vermuthung, dass der Meister dies Blatt 
für das Kloster Einsiedeln gestochen habe, um aus 
dem Verkauf des Bildes an Pilger eine Einnahme 
zu erzielen zum Wiederaufbau der im Jahre 1465 
abgebrannten Klosterkirche. Vielleicht war er selbst 
ein Klosterbruder, der früher die Goldschmiedekunst, 
wie seine Stiche beweisen, erlernt hatte und mit 
grossem Geschick und Beifall die Technik des Kupfer- 
stichs übte. Ob er ein Maler aus der Eyck'schen 
Schule, ob er vielleicht ein Verwandter von Martin 
Schön gewesen, sind, wie andere Meinungen über 
ihn, nur Vermuthung. Datirte Blätter von ihm sind
        

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