Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Geschichte des Kupferstichs
Person:
Frantz, Adolf
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-710633
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-712547
Gerhard Audran war 1640 in Lyon geboren, 
wo er die Anfangsgründe seiner Kunst bei seinem 
Vater und seinem Onkel erlernte, dann nach Paris 
ging, wo er vorzüglich in der Zeichenkunst sich festzu- 
setzen sich bemühte und mit dem berühmten Hof- 
maler Karl le Brun bekannt wurde, der ihm den 
Stich seiner grossen Gemälde: die Schlacht Constan- 
tin's gegen Maxentius und Constantins Triumph an- 
vertraute. Als Audran im Iahre 1666 diese Arbeit 
vollendet hatte, ging er zu seiner weiteren Aus- 
bildung nach Rom, wo er anfangs in der gewöhn- 
liehen Strichmanier arbeitete, aber in dem Atelier 
von Carl Maratti, das er fieissig besuchte, auf die 
Verbindung des Grabstichels mit der Radirung hin- 
gewiesen wurde, und nun die Manier sich aneignete, 
in welcher er Aufsehn und Bewunderung erregte, 
und in Folge davon vom Könige nach Paris zurück- 
gerufen wurde, wo er nun jene Thätigkeit begann, 
die ihm so viel Ruf und Ruhm erworben hat. Eins 
der ersten Werke, das er jetzt vollendete, waren die 
4 Blätter der sogenannten Alexanderschlachten nach 
le Brun auf 13 Platten, die durch ihre staunenswerthe 
Dimension und durch ihre virtuose Ausführung die 
Bewunderung der Zeitgenossen auf sich zogen und 
die zu den Meisterwerken ersten Ranges gehören. 
Er starb zu Paris im Jahre 1703. Wenn man ihm 
verwirft, dass er kein glückliches Auge für die 
grossen Meister der Italiener gehabt habe, so bleibt 
ihm unverkümmert der Vorzug, der unvergleichliche 
Kupferstecher für die grossen Historienmaler seiner 
Nation, für einen le Sueur, le Brun und Mignard 
gewesen zu sein, mit deren Kunstgeist er sich ver- 
wandt fühlte. Er hatte viele Schüler und Nach-
        

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