Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Geschichte des Kupferstichs
Person:
Frantz, Adolf
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-710633
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-712526
dafür sein vortrefflicher Portraitstich nicht in gleicher 
Weise wirkungsvoll sei, obgleich man seine "Dar- 
stellung im Tempel" nach Boulogne nicht bloss für 
sein Hauptblatt, sondern überhaupt für einen der 
besten Kupferstiche erklärt. Er hat aber nur nach 
französischen Gemälden gestochen, 0b sein Styl für 
die Historie der grossen italienischen Maler sich 
geschickt haben würde, ist eine andere Frage. 
Neben den beiden Drevet ist hier noch ein Zeit- 
genosse derselben zu nennen: Franz Chereau. 
Er war 1680 in Blois geboren, kam jung nach Paris, 
wo er sich den Titel eines königlichen Kupfer- 
stechers erwarb und 1729 gestorben ist. Er war ein 
beliebter und talentvoller Portraitstecher nach Rigaud 
in dem conventionellen Geschmack dieses und anderer 
Maler. 
Sein 
Portrait 
des 
Balletmeisters Louis Pecour 
ist eine vortreffliche Arbeit und zeigt, was er leisten 
konnte, wenn er nicht einen lebhaften Kunsthandel 
betrieben hätte, für welchen er den Grabstichel 
anderer Künstler mehr als den seinen beschäftigte 
und den er nach seinem Tode seinem jüngeren 
Bruder Jacques hinterliess, der nicht minder ein 
geschickter Kupferstecher des 18. Jahrhunderts war. 
3. Wir kommen nun zu einem Künstler, der 
lange für den grössten Meister des grossen-histori- 
sehen Styls gegolten hat, und wenn man auf die 
grossen Dimensionen seiner Kupferstiche sieht, so 
hat vor ihm wohl niemand es vermocht, mit solcher 
virtuosen Künstlerhand so grosse Platten und mit 
solcher malerischen Wirkung zu vollenden. In der 
That begründete er eine neue Epoche in der Ge- 
schichte des Kupferstichs durch die Art, „wie er, 
mit allen technischen Vortheilen versehen, und mit
        

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