Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Geschichte des Kupferstichs
Person:
Frantz, Adolf
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-710633
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-712504
waren es die kleinen und grossen Lichter, die im 
Nimbus des Hofes erglänzten oder den Ruhm des 
Vaterlandes decorirten: Hofleute, Gelehrte, Staats- 
männer, Feldherren und Andere, jeder sollte und 
wollte im Bildniss gesehn sein mit den Attributen, 
Vorzügen und Auszeichnungen, die ihm Stand, Rang, 
Geburt, Bildung, Umgang etc. gaben. Man sollte 
womöglich jedem Portrait von der Perücke bis zur 
Fusssohle ansehen, was das Urbild bedeute; und 
was guter Geschmack, Sitte und Mode aus ihm 
machte, durfte auch nicht vergessen werden. So 
wurde Zug für Zug, trait pour trait (daher zuerst 
Pourtrait, nachher in Portrait verwandelt) das 
ganze äusserliche conventionelle Wesen, womit die 
Person der Kinder des eiteln Tages sich identiiicirt 
hatte, Habconterfeit". Die grossen italienischen 
Meister hatten solch Portraitiren verschmäht; sie 
gaben ihren Bildnissen einen idealen Ausdruck. 
Die flandrische Schule, Rubens und van Dyck gaben 
ihren Bildern einen geistig-physionomischen 
Ausdruck; in Frankreich erhielten die Bildnisse den 
Charakter des Conventionellen und wurden im 
eigentlichsten Sinne Portraits (trait pour trait contre- 
faits). Die berühmten Maler der Zeit huldigten 
diesem Geschmacke und verleiteten durch das leb- 
hafte Colorit, womit sie das Conventionelle be- 
handelten, auch die Kupferstecher, diesem Effecte 
.mit dem Grabstichel nachzugehen. Peter Mig- 
nard (16xo-x695), dieser Günstling des Königs, 
war gewiss ein vortrefflicher Portraitmaler, verleidete 
aber durch sein Hässlich-lebhaftes" Colorit. Hya- 
cinth Rigaud (x659 --r743) war der unübertroffene 
Meister einer prätensiös-pomphaften Kostiimirung,
        

Nutzerhinweis

Sehr geehrte Benutzer,

aufgrund der aktuellen Entwicklungen in der Webtechnologie, die im Goobi viewer verwendet wird, unterstützt die Software den von Ihnen verwendeten Browser nicht mehr.

Bitte benutzen Sie einen der folgenden Browser, um diese Seite korrekt darstellen zu können.

Vielen Dank für Ihr Verständnis.