Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Geschichte des Kupferstichs
Person:
Frantz, Adolf
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-710633
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-712490
de la perte) und die emmauntischen Jünger mit dem 
Herrn bei Tische, nach Titian (la nappe). Vortreff- 
lich wusste er an den Oberflächen der Stoffe die 
Lichtwirkungen, den Glanz der Metalle etc. und das 
wolkige Gekräusel der Haare darzustellen. Er zeich- 
nete leicht und sicher wie Nanteuil und hat auch 
mehrere Portraits nach dessen Zeichnungen gestochen. 
Sein höchstes Lob ist in dem Urtheil ausgesprochen, 
dass er im Portraitstich geleistet habe, was Titian 
in der Malerei. Wie Nanteuil einen Fortschritt über 
Mellan, so bezeichnet Masson einen Fortschritt über 
Nanteuil; und unter seinen Zeitgenossen übertraf ihn 
nur Einer, der schon genannte Gerhard Edelinck. 
Nanteuil, Masson und Edelinck kann man wohl 
mit Recht die klassischen Portraitstecher nennen, 
die, wenn sie sich auf das Colorit einliessen, dies 
doch nur soweit thaten, als es dem Grabstichel an- 
gemessen schien; in dieser Beschränkung zeigten sie 
sich als Meister. Weniger wird man diese Be- 
schränkung erkennen bei zwei vortrefflichen Künstlern, 
deren Thätigkeit zum grossen Theil in das 18. jahr- 
hundert hineinreicht, und die, indem sie darin der 
Entwicklung der Portraitmalerei folgten, den Glanz des 
Colorits in einer Weise bevorzugten, dass sie darin 
immerhin als unübertroffene Meister gelten dürfen, was 
sie aber doch nur wurden in Abhängigkeit von den 
Portraitmalern, nach deren Gemälden sie stachen.  
Als das Kupferstechen sich verbreitete, wurden 
die antiken Bilder der römischen Imperatoren 
in Kupfer gestochen. Warum sollte man nun 
die Kunst nicht auch an die Grossen und Ge- 
waltigen der neuen Zeit wenden? In Italien waren 
dies der Papst und die Cardinäle; in Frankreich
        

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