Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Geschichte des Kupferstichs
Person:
Frantz, Adolf
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-710633
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-710931
ein durchaus eigenthümliches Product des Kunst- 
geistes, den Kupferstich zu liefern, in welchem 
die feine, saubere Schattirung mit dem Inhalte 
und mit der kleinen Dimension der Darstellung 
ein durchaus homogenes, möglichst vollen- 
detes Ganze sein sollte. Die feinen Linien waren 
dem Metallstiche der Goldschmiede entlehnt, und 
wurden, um die Stetigkeit der schattirten 
Fläche auszudrücken , so eng als möglich den 
Formen entsprechend gerade oder in leichten Run- 
dungen neben einander gelegt, und wo es nöthig 
war, die Vertiefung der Schatten durch eine mit 
zarter Hand gezogene zweite, auch wohl dritte Lage 
von Strichen oder Linien bewirkt. Im Mittelpunkte 
dieser originalen Kunstleistungen stand in Deutsch- 
land Albrecht Dürer, und neben ihm in Holland 
der oft launenhafte, grillige Lukas v. Leyden, 
und ihre feine Art in Kupfer zu stechen blieb in 
Deutschland und den Niederlanden die Grundlage 
des Kupferstichs in dieser ganzen Periode. 
In Italien, dieser Heimath des Idealismus, 
war der Kupferstich mehr ein angenommenes Kind. 
Marc-Anton Raimondi, dieser gefeierte Künstler 
dieser Zeit, ging von der Niellirkunst zum Kupfer- 
stich über, und was er hier zu machen hatte, lernte 
er aus Dürer's Holzschnitten, die er sorg- 
faltig copirte. In eignen Erfindungen hat er wenig 
geleistet; sein Verdienst bestand darin, dass er 
Zeichnungen berühmter Maler, sonderlich seines 
Freundes Raphael in Kupfer stach. Den Zeichnungen 
entsprechend wählte er für seine Stiche grössere 
Dimensionen, und für die Schattirung etwas rauhe, 
weniger eng neben einander liegende Linien, wobei
        

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