Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Geschichte des Kupferstichs
Person:
Frantz, Adolf
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-710633
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-712407
zu Daret, einem Schüler von Bloemaert, in die Schule 
nach Paris schickte. Von da begab er sich nach 
Rom, wo er 7 Jahre lang sich nach dem Muster 
Bloemaerfs bildete und in dessen schwerer und 
etwas kalter Manier eine grosse Vollkommenheit 
erreichte. Die Striche nämlich, die sich gitterartig 
kreuzen, leiden keine Freiheit und bringen nur durch 
ihre vollkommene Gleichheit eine glückliche Wirkung 
hervor. Diese Gleichheit und Nettigkeit der Striche, 
die Reinheit seines Stiches, verbunden mit der Rein- 
heit der Zeichnung bilden den Werth seiner Kunst. 
Der heilige Borromaeus, den Pestkranken das Abend- 
mahl reichend, nach Mignard, wird zu den Haupt- 
blättern des Meisters gerechnet. Er starb 1693 in 
Paris. Sein Bruder Nikolas und dessen Söhne 
Johann Baptist und Franz waren auch Kupfer- 
stecher, verliessen aber die Manier des Bruders und 
Oheims und verbanden mit dem Grabstichel die 
Nadel. Poilly, der einen grossen Ruf auch im Aus- 
lande hatte, zog viele Künstler nach Paris, die sich 
seines Unterrichts und seiner Leitung bedienten.  
Stephan Picart, mit dem Beinamen le Romain 
(wegen seines längeren Aufenthaltes in Rom) war 
1631 in Paris geboren und starb 1721 in Amsterdam, 
wohin er mit seinem Sohne Bernhard verzogen war. 
Als er wegzog, war er Mitglied der Akademie in 
Paris und galt daselbst für einen der besten Kupfer- 
Stecher, der auch berufen ward mitzuarbeiten an dem 
berühmten Galleriewerke des Königs. Er folgte der 
Manier Poilly's, arbeitete aber auch mit der Nadel. 
Watelet, der ihn als einen vorzüglichen Kupfer- 
stecher nicht anerkennen will, erhebt den Vorwurf 
gegen ihn, dass er in einer trocknen und unharmoni-
        

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