Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Geschichte des Kupferstichs
Person:
Frantz, Adolf
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-710633
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-712379
Renaissance huldigend, immer entschiedener den 
Werth allgemeiner Geltung gewannen. Der Luxus 
des pariser Hofes und die welterobernde Politik 
desselben hatten es dahin gebracht, dass auch in 
der Kunst das nur für schön und mustergiiltig ge- 
halten wurde, was in Paris Mode und gehegt und 
gepflegt war. Ein solches tyrannisch gebietendes 
Tribunal des sogenannten guten Geschmacks, wie der 
Hof Ludwigs XIV, war weder in Flandern, noch 
sonst wo in Europa. Alles unterwarf sich den 
Regeln und conventionellen Formen, die von dort 
ausgingen und nur französische Kupferstiche wurden 
begehrt. Auch wird man anerkennen müssen, dass 
die Franzosen in allem, was zur Technik und Hand- 
arbeit im Kupferstich gehört, eine nationale Sauber- 
keit und Nettigkeit besitzen, die ihnen eigenthümlich 
und für Viele bestechend ist.  Endlich kommt 
noch dazu, dass in Frankreich auch das malerische 
Element der fiandrischen Kupferstecher andere und 
ostensibelere Darstellungsmittel fand in der Ver- 
bindung des Grabstichels mit der Radirung. 
Auch in dieser Technik schliesst sich Frankreich zu- 
nächst wieder an Italien an, an dies Land der 
Maler, wo neben der Farbe nur die Radirung den 
Ruf hatte, malerisch leicht und wirksam arbeiten zu 
können. In Italien war es besonders Carl Maratti, 
der durch sein grosses Ansehn und durch seine nach- 
drückliche Empfehlung auch in Frankreich derRadir- 
nadel Eingang verschaffte. Wie er eine namhafte 
Stütze der römischen Schule war, so darf er auch 
wohl als der Begründer jener, den Grabstichel und 
die Radirnadel combinirenden Technik angesehn 
werden, welche in Italien die Regeneration des
        

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