Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Geschichte des Kupferstichs
Person:
Frantz, Adolf
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-710633
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-712356
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einander. Damit ist aber die Technik des Grab- 
stichels zu einer Vollendung gelangt, die man als 
eine abschliessende Höhe betrachten muss, die Wohl 
in verschiedener Weise erreicht werden kann, auch 
wohl erreicht ist, aber schwerlich überschritten 
werden darf. 
Wenn wir diese Stufe der Vollendung, nämlich 
das Colorit zunächst nur im Portrait anerkennen, so 
fragt sichs, 0b sie nicht auch für grosse historische 
Darstellungen zu erreichen ist; und man muss zu- 
gestehen, dass die französische Stecherschule des 17. 
Jahrhunderts im Streben nach dem Colorit durch die 
Verbindung des Grabstichels mit der 
Radirnadel für den Kupferstich einen grossen 
historischen Styl gewonnen hat. 
Die Anregung und Anleitung zu der so glänzend 
sich entfaltenden Grrabstichelarbeit empiingen die 
Franzosen in Italien aus der Hand der Hol- 
länder, die, wie Corn. Corl und Corn. Bloemaert 
hier diese Technik zu beleben versucht hatten, aber 
für Italien ohne bleibenden Erfolg, wie bereits ge- 
zeigt ist. Augustin Carracci und besonders Franz 
Villarnena und Corn. Bloemaert wurden in Italien 
ihre Lehrer; die Leistungen der gleichzeitigen und 
benachbarten Handrischen Künstler wurden über- 
sehen und blieben unbeachtet, da die Franzosen von 
Anfang an abhängig waren von der Kunst und dem 
Kunstgeschmack der Italiener und an dem iiandri- 
sehen Realismus und besonders an Rubens kein be- 
sonderes Behagen fanden. Sie bewunderten den 
Reichthum seiner Palette, die Geschicklichkeit seiner 
Hand, die wunderbare Fruchtbarkeit seiner Eründungs- 
gabe, aber, sagten sie, er hat die Kunst der Re-
        

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