Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Geschichte des Kupferstichs
Person:
Frantz, Adolf
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-710633
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-712331
Dinge, die Geschichte und Politik des Königs zu 
illustriren, Pläne seiner Schlachten, Ansichten seiner 
Schlachtfelder, seiner Siege und Siegesfeste. Mit 
solchen Darstellungen wuchs das Werk in 24 Folio- 
bänden zu einem nationalen Prachtwerke, einzig in 
seiner Art.  Für das Volk wurden von bereiten 
Händen die Hof-, Staats- und Stadtbegebenheiten 
in Kupfer gestochen. Der Art waren die histori- 
schen Almanachs, die schon unter Ludwig XIII. 
begonnen hatten, von 3 oder 4 verschiedenen Ver- 
legern alljährlich in Fol. herauskamen, und sehr be- 
liebt waren. Ueberhaupt fand der Kupferstich zu 
dieser Zeit in keinem Lande so viel Theilnahme und 
Piiege, als in der Metropole Frankreichs, diesem 
Mittelpunkte der Kunst und des Kunstgeschmacks. 
Die Folge davon war nicht bloss ein Aufschwung, 
sondern ein Fortschritt des Kupferstichs zu einer 
Vollkommenheit, wie sie nur in dieser Zeit in Paris 
gesehn wurde. 
Zunächst ist es nur ein Fortschritt in der Tech- 
nik, worüber Folgendes zu sagen ist. In der Schule 
des H. Goltzius suchte man Licht und Schatten har- 
monisch zu vermitteln. Die Schraffire galt als eine 
technisch vollendete Schattirung. Die Kunst besteht 
darin, den Schatten durch die Linien der Schraffire 
auszubilden und sie neben die Lichter zu setzen. 
Im Wesentlichen sind auch die italienischen Meister, 
die der Anregung von Corn. Corl folgten, Aug. Car- 
racci und Franz Villamena dabei stehn geblieben.  
Die Kupferstecher der flandrischen Schule unter 
Rubens betrachteten die Schrafiire als Farbe, also 
malerisch, und behandelten das Helldunkel male- 
risch, nicht bloss harmonisch. Die grossen Meister
        

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