Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Geschichte des Kupferstichs
Person:
Frantz, Adolf
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-710633
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-712314
Kunst, theils mit dem Grabstichel stach. Als im 
Jahre 1789 das Institut aufgelöst ward, ging er nach 
Rom zurück, wo er 1794 gestorben ist. 
Die Schola italica enthält allerdings das beste, 
was die italienischen Kupferstecher in dieser Periode 
geleistet haben; sie bildet den Uebergang zu den 
bedeutenden Fortschritten, welche in der folgenden 
Periode für Italien zu verzeichnen sind. 
Die Italiener hatten nicht Ruhe und Beharrlich- 
keit genug, um die mühsame Arbeit mit dem Grab- 
stichel zu cultiviren; sie griffen lieber zur Radir- 
nadel, hielten sie auch für malerischer als den 
Grabstichel. Auch in anderen Stichgattungen haben 
sie nichts geleistet. Nur Ioh. Markus Pitteri 
in Venedig (1703-1767) ist zu nennen, der sich eine 
eigene Manier bildete. Er überzog seine Platten mit 
leichten perpendiculären oder diagonalen Strichen, 
die er alsdann durch kleine Drucker des Grabstichels 
mit einer Art von verlängerten Punkten überarbeitete, 
um die Conturen und das Helldunkel der Gegen- 
stände auszudrücken. Durch schlechte Nachahmer 
kam die Manier in Verfall; konnte auch entbehrt 
werden, da sie die harmonische Wirkung einer guten 
Grabstichelarbeit nicht erreichte. 
Frankreich. 
In Frankreich gelangt der Kupferstich im 17. 
Jahrhundert zur höchsten Blüthe und Entwicklung; 
verfällt aber im 18. Jahrhundert dem verdorbenen 
Modegeschmack, und entfaltet in der 2. Hälfte des 
Jahrhunderts noch einmal eine Herbstblüthe in der 
Richtung auf die niederländische Kunst.
        

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