Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Geschichte des Kupferstichs
Person:
Frantz, Adolf
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-710633
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-712285
jungen Künstlern diese Werke des Bartoli empfahl, 
um an der Antike ihren Geschmack zu bilden. S0 
war er der erste, der in seinen Werken darauf hin- 
wies, dass zur Bildung des verwilderten Geschmacks 
und zur Erlangung einer schönen correcten Zeich- 
nung nichts so nöthig sei, als ein fleissiges Studium 
der Antike.  Carlo Maratti hatte für die Malerei 
vielleicht mehr Neigung als Talent.  Neigung und 
Beharrlichkeit erhoben ihn aber zu grossem Ansehn. 
Auch wird er der letzte römische Maler genannt. 
Er war es, sofern nach ihm kaum ein anderer genannt 
wird, der ein gleiches Ansehn hatte. Als xzjähriger 
Knabe kam er nach Rom und blieb daselbst 19 Jahre 
lang in der Schule von Andreas Sacchi, bei dem 
er fleissig die Gemälde RaphaePs und der Carracci's 
copirte. Als er selbständig auftrat, fand er Feinde, 
die ihn mit Spott und Neid verfolgten und ihn 
Carluccio delle Madonnine, das Karlchen, das nur 
kleine Madonnen malen könne, nannten; zugleich 
aber fand er Freunde, die seine Vorzüge erkannten 
und auszeichneten, indem sie ihn Carluccio d'Andrea 
nannten, als wäre er ein zweiter Andreas Sacchi. 
Er war weder das eine noch das andere, aber seinen 
Freunden war er ein verständiger Rathgeber; das 
brachte ihn in Ansehen; sein Ansehen wuchs, als 
ihn ein Neffe des Papstes Urban VIII. an den päpst- 
lichen Hof einführte und er sich die Gunst der Päpste 
erwarb. Als aber ein Schüler von ihm unter dem 
Namen Clemens XI. Papst ward und dieser ihm die 
Reinigung der Fresken Raphaels im Vatican und 
in der Farnesina übertrug, Maratti aber diese Arbeit 
so gut und sorgfältig vollbrachte, dass ihm der Papst 
den Christusorden verlieh und Ludwig XIV. für ein
        

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