Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Geschichte des Kupferstichs
Person:
Frantz, Adolf
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-710633
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-712273
waren; viehnehr sollten die Maler ihren Pinsel als 
Waffe gegen die von allen Seiten hereinbrechenden 
Ketzereien richten und sich der Verherrlichung der 
kirchlichen Dogmen widmen; ja es war eine Censur 
über die Gemälde eingeführt, die sich auch auf die 
Kupferstiche erstreckte, sodass diese nicht bloss mit 
der Adresse: cum privilegio, sondern auch mit dem 
Beisatz „cum licentia" erschienen. Dennoch konnten 
alle diese Akademien den Verfall der Kunst nicht 
aufhalten; denn gleichwie die Bildung der Sprache 
nicht das Werk der Akademien, sondern berühmter 
und begeisterter Schriftsteller ist, ebenso ist die Fort- 
bildung der Kunst das Werk berühmter Künstler, 
und daran hatte es eben im 17. Jahrhundert gefehlt, 
wenigstens hatte es an solchen Künstlern gefehlt, 
die den Kupferstich zu fördern sich bemühten, wie 
es Rubens in Flandern that. Erst gegen das Ende 
des jahrhunderts fanden sich zwei Männer, denen 
der Kupferstich einen neuen Aufschwung verdankt; 
der eine war Peter Santo Bartoli, genannt 
Perugino, gestorben 1700 in Rom; der andere 
war Carlo Maratti, gestorben 1713 in Rom. 
Bartoli war anfangs Maler und bewies seine Gre- 
schicklichkeit im Copiren anderer Gemälde. Da ihn 
dies nicht genügend beschäftigte, so legte er sich 
auf die Aetzkunst, die er in einer wohlgeordneten 
Schrafiire anwandte. Ausgerüstet mit dieser Technik, 
widmete er sich vorzüglich dem Studium der Antike, 
worüber er, da er ein guter Zeichner war, mehrere 
umfangreiche Kupferwerke herausgab. In diesen 
Werken zeigte er zuerst wieder die Schönheit und 
Bedeutung der Antike für die bildende Kunst in einer 
so gelungenen Weise, dass später Winckelmann den 
10'
        

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