Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Geschichte des Kupferstichs
Person:
Frantz, Adolf
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-710633
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-712258
Gemeine. Sie hatte ihren Hauptsitz in Neapel, wo 
sie mit leidenschaftlichem Eifer, selbst durch Be- 
drohung andrer Künstler mit Gift und Dolch ihre 
Herrschaft zu behaupten suchte. Dieser Richtung 
gehört Joseph Ribera an, lo Spagnoletto 
genannt, weil er aus Spanien stammte (1- 1656). Seine 
wenigen Radirungen zeichnen sich aus durch Rein- 
heit der Zeichnung und Zartheit der Nadel, sowie 
durch sinnreiche Anordnung der Schattirung. Sein 
Schüler Aniello F alcone stiftete eine Malerschule, 
die sich im Juli 1647 mit den Banden des Masaniello 
vereinigte, welche die Stadt plünderten und den 
Vicekönig, Herzog von Arcos, in seiner Burg ge- 
fangen hielten. Der Herzog machte Friede, Masa- 
niello ward wahnsinnig und Falcone floh nach 
Frankreich. Aus der Schule des Falcone stammte 
Salvator Rosa (1- 1675), ein vielseitiges Talent, 
auch in der Landschaft und im Genre bedeutend. 
Er verliess die Einseitigkeit der Schule und bildete 
sich auf Reisen, besonders in Rom. Seine zahl- 
reichen radirten Blätter sind jedoch selten von grosser 
Wirkung.  Zu den Naturalisten muss auch Peter 
Testa gerechnet werden. Seine unruhige, un- 
geregelte Phantasie liess es bei ihm zu keinen 
maassvollen Formen und keinem edlen Ausdruck 
kommen. Bei einem verstimmten Gemüthe, bei 
bedrängter Lage und brennendem Drange zu schaffen, 
war er ein unglücklicher Künstler, der 1648 in der 
Tiber ertrank. 
Noch sind zwei Maler aus Genua zu nennen, 
Joh. Baptist Castiglione (16x6-167o) und 
Bartholomäus Biscaino (1632-1657). Des 
Letzteren Blätter sind mit viel Geschmack und Zart- 
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