Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Geschichte des Kupferstichs
Person:
Frantz, Adolf
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-710633
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-712249
nämlich: „die Zeichnung der Antike, die Schatten- 
gebung der Venetianer, die Färbung der Lombarden, 
die Kühnheit Michel-Angelds, die Naturwahrheit von 
Titian, die Reinheit des Styls von Correggio, das 
schöne Maass von Raphael." So liess die Schule Spiel- 
raum genug, dass sie sich nach verschiedenen Seiten hin, 
und, wie es bei dem Eklekticismus nicht anders sein 
kann, in eigenthümlicher Weise verzweigte. Zu den 
besten Meistern der eklektischen Richtung gehört 
Hannibal Carracci  1609), sein weniger gründ- 
licher Schüler Johan Lanfranco (1- 1648), wäh- 
rend einige weniger bedeutende Maler, wie Raphael 
Schiamonossi (1- nicht vor 1620) und Vespasian 
Strada in Rom (T 1624) ihren eignen Weg gingen, 
der erstere auch mehr durch seine Radirungen be- 
kannt ist.  Ein ernster und gediegener Nachfolger 
der Schule war Domenico Zampieri, genannt 
Domenichino (1- 1641), der einzige Maler dieser 
Richtung, der als Radirer nicht bekannt ist, wohl 
aber sein Schüler Peter del Po aus Palermo, der 
1692 in Neapel gestorben ist.  Als der beste 
Meister der eklektischen Richtung gilt Guido Reni 
(1575-1642), dem sich auch eine zahlreiche Reihe 
von Schülern und Nachahmern anschloss, wie der 
treffliche Simon Cantarini (T 1648), Julius 
Carpioni (1- 1674), joh. Bapt. Bolognini 
(1- 1688), Hieronymus Sparsello  um 1670) 
und Lorenz Loli (1- 1991), den Guido Reni seinen 
Kammerherrn zu nennen pflegte und sehr lieb hatte. 
Die Schule der Naturalisten wurde von 
Caravaggio gegründet. Abhold allem Idealisiren, 
drang sie auf treue Nachahmung der wirklichen Er- 
scheinung und verfiel darüber in das Niedrige und
        

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