Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Geschichte des Kupferstichs
Person:
Frantz, Adolf
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-710633
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-712210
Leider schloss er, dem Geschmacke seiner Zeit 
folgend, auch sittenlose Darstellungen nicht aus. Die 
am meisten technisch vollendeten Blätter sind die, 
welche er in Folge der von Cort erhaltenen An- 
regung gestochen hat. Diese erinnern öfter an 
Groltzius, den er nicht selten übertroffen hat. Auf 
der Höhe des italienischen Kupferstichs dieser Zeit 
steht er einsam da. Sein und Cort's Schüler, 
Cherubim Alberti, 1552-1615 in Rom, war ein 
fleissiger Künstler, erreichte aber nicht die Begabung 
und das Talent Augustins. 
Augustins Werke erhielten den Beifall nicht, 
den sie verdienten. Villamena blieb der Liebling der 
Römer, und als nach seinem Tode Cornelius 
Blo emaert aus Utrecht nach Rom kam, wandte sich 
der Beifall diesem Meister zu. Er war 1603 ge- 
boren, und erlernte den Kupferstich bei Crispin de 
Pas. Als er mit der erlernten Technik 1630 nach 
Paris kam, fand er alsbald Beifall und Nachahmer. 
Allerdings zeichnete sich dieser Epoche machende 
Künstler durch eine bis dahin unbekannte schöne 
Führung des Grabstichels aus; und obwohl er für 
alle Gegenstände und für alle Theile derselben die- 
selbe gitterartige Schattirung anwendete, 
wusste er doch die Uebergänge vom Schatten zum 
Lichte sanft zu vermitteln. Kräftige Schatten ver- 
mied er, und vielleicht war die dadurch bewirkte 
Weichheit und Harmonie seiner Stiche, im Gegen- 
satz zu der Kraft des Villamena. der Grund des Bei- 
falls, den er auch in Rom fand. Dazu kam, dass er 
in dieser Weise nach den beliebtesten Gemälden in 
Rom stach, und die Römer sahen mit Wohlgefallen 
ihre Lieblinge in Bloemaerfs schönen Stichen. Er
        

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