Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Geschichte des Kupferstichs
Person:
Frantz, Adolf
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-710633
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-712203
Er war der erste in Italien, der mit Ernst bemüht 
war, die Technik durch eine dem Gegenstande der 
Darstellung angemessene Verbindung der Strichlagen 
auszubilden und auf diesem Wege der Erfinder einer 
neuen, bis dahin unbekannten Stichmethode geworden 
ist. Er war 1558 in Bologna geboren. Sein Vater, 
ein Schneider, hatte ihn zum Goldschmied bestimmt; 
sein Vetter Ludowico Carracci gewann ihn für 
Kunst und Wissenschaft; im Kupferstich ward 
Dominico Tibaldi sein erster Lehrer. Aerger und 
Verdruss über die Chikanen, womit man seine Male- 
reien verfolgte, und der Zank mit seinem Bruder 
Hannibal bewog ihn, sich eine Zeit lang ausschliess- 
lich dem Kupferstich zu widmen und um darin Tüch- 
tiges leisten zu können, ging er nach Rom, um bei 
Cornelius Cort die Fortschritte der Niederländer in 
dieser Technik kennen zu lernen. Dieser aber, eifer- 
süchtig und voll Neid über die Begabung des 
Schülers, jagte ihn fort. Er kehrte nach Bologna 
zurück und leitete hier den theoretischen Unterricht 
an der dortigen neu errichteten Kunstakademie. Er 
las den Schülern Geschichten und Fabeln vor, er- 
klärte sie und liess darnach Zeichnungen entwerfen, 
die an gewissen Tagen beurtheilt und mit Ruhm 
gekrönt wurden, indem die Gekrönten von Dichtern 
in Liedern gepriesen wurden. Er selbst mischte sich 
mit der Zither unter sie und besang beifällig die 
Fortschritte seiner Zöglinge. Malereien, die er mit 
seinem Bruder Hannibal gemeinschaftlich auszuführen 
hatte, erregten wie gewöhnlich des letzteren Hass 
und Neid, und führten zu einer Trennung, die ihm 
schliesslich das Herz brach. Er starb 1601 in Parma. 
Seine Kupferstiche haben nicht gleichen Werth.
        

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