Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Geschichte des Kupferstichs
Person:
Frantz, Adolf
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-710633
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-712199
Cock, dessen Schüler er gewesen sein soll, hinläng- 
lich bekannt gemacht hatte, ging er um das Iahr 
1565 nach Venedig, wo ilm Titian in sein Haus nahm 
und ihm den Stich einiger seiner Gemälde auftrug. 
1571 ging er nach Rom, wo er eine Kupferstecher- 
Schule errichtete, durch welche er für Italien etwa 
dasselbe wurde, was Goltzius für Holland ward. 
Nachdem er hier eine grosse Betriebsamkeit in seiner 
Kunst entwickelt und die meisten seiner Werke nach 
italienischen Meistern gestochen hat, ist er ums Jahr 
1578 daselbst gestorben. Seine Schüler waren hier 
Philipp Sytius (de Soye), der ihm Wahrschein- 
lich aus Holland nach Rom gefolgt war, und der 
Franzose Philipp Thomassin aus Troyes, der 
1606 in Rom starb, aber bei seinem Leben sich 
treulich seiner Landsleute annahm, die nach Rom 
kamen, um daselbst ihre Kunststudien zu machen.  
Tüchtiger und berühmter als beide war C0rt's 
Schüler Franz Villamena, 1566 in Assisi geboren 
und 1626 in Rom gestorben. In der Kraft seiner 
Striche erinnert er zuweilen an Goltzius, im übrigen 
verstand er so wenig wie Cort, die breiten Licht- 
und Schattenpartien harmonisch zu vermitteln. Seine 
Stiche leiden daher an einer gewissen Trockenheit; 
doch war er seiner Zeit ein sehr beliebter und 
belobter Kupferstecher, und auch jetzt noch nicht 
ohne Bedeutung, da er nicht bloss nach eignen Er- 
findungen, sondern auch nach Malern gestochen hat, 
von denen sonst wenig durch andere Kupferstecher 
bekannt geworden ist, wie Ferau Franzoni, H. 
Andreasius u. A. 
Bei weitem der bedeutendste Künstler dieser 
Zeit in Italien war der Maler Augustin Carracci.
        

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